###FONTSIZE_SELECTOR###
menu

Aktuelles zum Projekt "Leverkusen blüht auf"


Pressemeldung vom 26.11.2019

                        

Leverkusen blüht auf

Mehr Klimaschutz in unserer Stadt

Die neue Zukunftsinitiative „Leverkusen blüht auf” will helfen, dass L

everkusen im Sinne des Wortes noch mehr aufblüht. Denn mehr Blüten bedeuten mehr Lebensfreude, eine schöne Nachbarschaft, klingende Vogelgesänge in der Stadt und schillernde Schmetterlinge & Co. im Garten. Bei einem Pressetermin stellte Leverkusens Umweltdezernent Alexander Lünenbach die Kampagne vor, die federführend vom NaturGut Ophoven durchgeführt wird. „Jeder hat in seinem Umfeld viele Möglichkeiten bereits mit kleinen Maßnahmen viel zu erreichen. Sei es eine bunt blühende Hauswand, ein leuchtendes Garagendach, eine blühende Wiese, Nisthilfen für Wildbienen und Vögel oder ein modern gestalteter Balkon”. Das NaturGut Ophoven berät dazu Schulen und Kindergärten vor Ort oder läd auch alle Bürger zu kostenlosen persönlichen Beratungen durch die Fachleute Christoph Hoppe und Matthias Rawohl in das NaturGut Ophoven ein. Am 29. November geht es von 14-16 Uhr um Dachbegrünung, am 2. Dezember um Natur im Garten, am 9. Dezember um Fassadenbegrünung und am 13. Dezember um die Möglichkeiten der Entsiegelung, jeweils von 14-16 Uhr.

Den Rahmen für dieses Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger setzt das Leverkusener „Leitbild Grün”. Ziel ist es, moderne Gärten, Wildbienenschutz, Artenvielfalt, Stadtnatur und gute Nachbarschaft in der Kommune zu fördern, um so einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Denn, Umwelt- und Klimaschutz gelingt nur, wenn Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bürger gemeinsam handeln.

Im Rahmen des Projektes „Leverkusen blüht auf” werden u.a. Blumenwiesen und Nisthilfen für Wildbienen an Schulen und Kitas angelegt und können Honigbienenvölker für die pädagogische Arbeit ausgeliehen werden. Denn Wildbienen sind stark gefährdet, inzwischen sind mehr als die Hälfte der bei uns vorkommenden Arten vom Aussterben bedroht. Blütenreiche Lebensräume mit geeigneten Nistmöglichkeiten fehlen. „Beim Schutz der Wildbienen muss man einiges beachten. Daher möchten wir die vielen Erfahrungen der deutschen Wildbienenprofis auch in Leverkusen verbreiten” sagt Hans-Martin Kochanek, der Leiter des NaturGut Ophoven. So leben in den bekannten Wildbienenstationen aus Holz ca. 30% unserer Wildbienen und die anderen 70% der Wildbienen-Arten brüten im Boden. Diese Bodenbrutplätze kann jeder auch in seinem Garten schaffen. Das Interesse an Wildbienenniststationen und der Anlage von Blumenwiesen stößt bei den Leverkusener Schulen und Kindergärten auf großes Interesse. Mehr als 20 Schulen und 20 Kindergärten wollen sich für den Insektenschutz stark machen und über diesen auch verstärkt im Unterricht sprechen. „Dies übersteigt leider die vorhandenen Mittel”, erklärte Hans-Martin Kochanek bei der Vorstellung des Projekts am Dienstagmorgen. Die ersten Gespräche mit den Interessenten wurden begonnen und das Ziel ist bis zum März 2020 möglichst viele Kindergärten und Schulen mit Elementen für den Schutz der Insekten auszustatten und Fortbildungen für die Pädagogen und Erzieher anzubieten.

Auch auf städtischen Liegenschaften wie Friedhöfen oder bei städtischen Töchtern wie die AVEA wurden schon Insektennisthilfen und Wildblumenwiesen angelegt. Kirchengemeinden wie die katholische Kirchengemeinde St. Aldegundis haben bereits eine Wildbienenstation (in Form eines Kreuzes) gebaut und mit einer Blumenwiese vor der Kirche ergänzt. Die evangelische Kirchengemeinde Bielert hat ebenso eine Wildbienenniststationen aufgestellt und Blumenwiesen angelegt.

Das Projekt „Leverkusen blüht auf” ist eine Aktion zum „Leitbild Grün – Klimawandel in Leverkusen.” Es wird durch die Stadt Leverkusen, kleine Bezirksmittel, die Stiftung Umwelt und Entwicklung und auch die Postcode Stiftung gefördert.

Für Leverkusen sollen Elemente der Klimaanpassung erarbeitet werden und diese in inhaltliche Handlungsfelder wie Biologische Vielfalt, Umweltbildung und Grün- und Freiflächen zusammengeführt werden. Außerdem können die Leverkusener Bürgerinnen und Bürger bis zum 6. Dezember auf einer interaktiven Karte Grün- und Freiflächen sowie Ideen und Risiken rund um das Klima in der Stadt eintragen. Ziel ist es die Ideen und Anmerkungen der Leverkusener zu berücksichtigen. „Diese Erfahrungen sind für uns besonders wertvoll”, sagt Umweltdezernent Alexander Lünenbach. „Wir können zwar Simulationen zu Messwerten, Luftströmen und auch Wetterereignisse in das Konzept einfließen lassen. Die genauen Orte und die Leverkusener Klimageschichte bis ins Detail, die kennen die Menschen in ihren Stadtteilen”.

Teilnehmende am Pressetermin:
Alexander Lünenbach, Umwelt- und Sozialdezernent der Stadt Leverkusen Farah Oublal, Koordinatorin für Klimaschutz der Stadt Leverkusen Dr. Hans-Martin Kochanek, Leiter NaturGut Ophoven Matthias Rawohl, Förderverein NaturGut Ophoven

Weitere Infos erhalten Sie beim NaturGut Ophoven von Hans-Martin Kochanek, Tel. 02171/73499-0


 Pressemeldung vom 15.08.2019

                       

Blühwiesen: Augenweide und Artenschutz

Was gibt es für das nächste Jahr zu beachten? Tipps und Erfahrungen der Stadt Leverkusen

Blühwiesen werden nicht nur von Insekten gut angenommen, sondern auch von Spaziergängern und Anwohnern. Viele Privatleute und Bauern sind dem Beispiel der Stadt gefolgt und haben Blühstreifen für den Artenschutz angelegt, z. B. in Atzlenbach: „Diese Wiese präsentiert sich zur Zeit prächtig. Dies ist von der Jahreszeit her eine Ausnahme, da sie baubedingt erst Ende Mai eingesät wurde”, erklärte Hans-Martin Kochanek vom NaturGut Ophoven am Donnerstagmorgen. In der Wachstumsphase wurde gewässert, und so kamen bereits nach einem Monat die ersten Pflanzen aus der Erde. „Nach 7 Wochen blühte sie in voller Pracht”, so der Leiter des NaturGut Ophovens weiter. Auf der Wiese blühen etwa 30 Arten, wie Kuhkraut, Lein, Färber-Resede, Kamille, Klatschmohn, Saat-Wucherblume, Kornblume, Kornrade, Nelken-Leimkraut, Malve oder Acker-Ringelblume.

Baudezernentin Andrea Deppe ist begeistert von der Vielfalt. Im Frühjahr hatte die Stadt auch so eine Insektenblühwiese an der Rennbaumstraße angelegt. „Der Fachbereich Stadtgrün plant für den Herbst die Anlage weiterer ähnlicher Blumenwiesen in mehreren Grünanlagen der Stadt.” Bis in den Hochsommer hinein, sind die bunten Wiesen eine wichtige und wertvolle Pollen- und Nektarquelle für Wildbienen und andere Insekten, so Kochanek. Der Vogelkundler betonte, dass von dem Insektenreichtum weitere Arten wie Fledermäuse und Vögel profitieren werden. Wichtig ist die richtige Pflege „Wiesen sind eine Kulturform und müssen in der Regel nur einmal im Herbst gemäht werden.” so Ulrich Hammer, vom Grünflächenamt in Leverkusen.

Weitere Fakten und Tipps für eine blühende Wiese:

  1. Die Einsaat:
    Ideal ist eine Einsaat ab Mitte März. Unter günstigen Bedingungen keimen die meisten Samen, nachdem es warm wird, innerhalb 2-4 Wochen. Etwa 8-12 Wochen nach der Aussaat kann man mit dem Blühbeginn rechnen. Jetzt wird die Wildblumenwiese ungefähr drei Monate blühen. Um das Blühen zu verlängern, sind noch Folgesaaten bis Ende April möglich.

  2. Die Bodenvorbereitung:
    Das Gras sollte vollständig ausgekoffert werden (ca. 10 cm dicke Schicht), anschließend sollten darauf 10 cm Sand (nicht einarbeiten) und 2 cm nährstoffarmer Boden, Lehm geschichtet werden (nicht einarbeiten). Zur besseren Verteilung des Saatguts wird die Aussaatmenge mit Sand im Verhältnis 1:2 oder 1:3 gemischt. 1,5g Samen je qm reichen aus. Die ausgesäten Samen nur leicht festdrücken.

  3. Die richtige Wildblumenmischung:
    Der Biologe Dr. Paul Westrich, der sich seit über 40 Jahren intensiv mit Wildbienen auseinandersetzt, hat zusammen mit Bernd Dittrich von der Kräutergärtnerei Syringa eine wertvolle Samenmischung entwickelt. Sie enthält 35 ein-, zwei- und mehrjährige Arten und bleibt damit dauerhaft attraktiv. „Viele im Handel befindliche Mischungen sind aus Sicht unserer Insekten eine reine Mogelpackung”, so Hans-Martin Kochanek. Der Schwerpunkt liege fast ausschließlich auf dem Show-Effekt der Blüten, nicht auf dem ökologischen Nutzen. Zu diesem Zweck werden viele Pflanzenarten mit gefüllten Blüten verwendet, bei denen die Staubblätter zu sterilen Blütenblättern umgewandelt sind. „Derartige Blüten locken Insekten zwar an, bieten dann leider nur sehr wenig oder gar keine Pollen und Nektar an und können daher nicht zur Insektenernährung beitragen”. Außerdem beinhalten viele Mischungen auch gezüchtete Arten oder nichteinheimische Pflanzen. „Diese Exoten können von unseren Insektenarten nicht verwertet werden”.

    Die neu entwickelte Wildblumenmischung von Dr. Westrich und Bernd Dittrich liefert darüber hinaus ein wichtiges Nahrungsangebot für Honig- und Wildbienen, zu denen u. a. Seidenbienen, Pelzbienen, Mauerbienen, Holzbienen und Hummeln zählen. Zur Brutversorgung werden Nektar, aber vor allem Blütenpollen benötigt, den die Wildbienen an den angebotenen Pflanzen reichlich finden. „Es ist am besten, wenn es vom Frühjahr bis in den Herbst im Garten blüht. Deshalb muss man darauf achten, sowohl früh-, mittel-, als auch spätblühende heimische Arten anzupflanzen”, erklärte Kochanek.

    Empfehlenswert sind die Mischungen:

    • Mischung “13” der Firma Syringa, zusammengestellt in Zusammenarbeit mit Biologe Dr. Paul Westrich und Bernd Dittrich: Die Mischung kann man online unter www.syringa-pflanzen.de bestellen, aber auch auf dem NaturGut Ophoven für 6,95 Euro bekommen.

    • Rheinisches Bergland – www.wildbienen-garten.de

  4. Die Pflege im Herbst:
    Das Blühbeet sollte im Herbst abgemäht und das Mahtgut einige Tage liegen gelassen werden, damit es aussamen kann. Danach sollte es abgeräumt und kompostiert werden. Im 2. Jahr erblühen sowohl die erneut versamten Einjährigen, als auch die zwei- und mehrjährigen Arten. Bei unseren Bodenverhältnissen in Leverkusen blüht eine solche Wiese ungefähr 3 Jahre.

  5. Warum blüht die Wiese nicht länger?
    Die Wildblumen vertragen in der Regel keinen Dünger. Aber allein durch die Luft erfolgt schon eine Düngung. Es erfolgt ein Gesamteintrag an Stickstoff aus der Luft von 50kg je Hektar pro Jahr. Die Stickstoffemissionen werden vor allem in den Bereichen landwirtschaftliche Erzeugung und Nahrungsmittelproduktion, Mobilität und Verkehr sowie Energieerzeugung und -nutzung verursacht.

Und weiter geht‘s
Blumenwiesen sind nur ein Element für einen wirksamen Schutz der Insekten. Weitere unverzichtbare Elemente im eigenen Garten sind:

  • Wildbienenhäuser (Holz, Bambus)

  • Erd-Nistplätze

  • Blühende Stauden

  • Blühende Sträucher und Bäume

    Weitere Infos erhalten Sie beim NaturGut Ophoven von Britta Demmer Tel. 02171/73499-44, E-Mail: britta.demmer@naturgut-ophoven.de


Pressemeldung vom 17.5.2019

                      

Großes Wildbienenhaus für die Gemeinschaftsgrundschule Opladen

Nicole und einige Mitschülerinnen und Mitschüler aus der Klasse 3/4b der GGS Opladen halfen heute tatkräftig beim Aufbau des großen Wildbienenhauses. Die Einzelteile wurden von Christoph Hoppe und Jörg Meyer vom NaturGut Ophoven geliefert. Gemeinsam wurde das 1,60 m hohe und 1,20 m breite Insektenhaus zusammengebaut und auf dem Schulhof an der Hans-Schlehan-Straße aufgestellt. Ab sofort bietet es Raum für viele Wildbienen und die Möglichkeit für alle Schulkinder, diese gut zu beobachten. „Damit die Wildbienen aber auch Nahrung finden, säen wir noch eine Wildblumenwiese ein. Wir haben schon am Montag die ganze Fläche vorbereit”, erklärt Nicole aus der Klasse 3/ 4.

Forscher haben registriert, dass allein zwischen 1989 und 2013 die Insektenbiomasse in einem Schutzgebiet nahe Krefeld um 75 % gesunken ist. Kein Wunder, dass wir auch in Leverkusen nur noch wenige Arten beobachten können. Nicole Friedrich, OGS –Mitarbeiterin der GGS Opladen: „Das habe ich auch bemerkt. Ich war mit 20 Kindern letzte Woche eine Stunde draußen und wir haben nur zwei Bienen, ein paar Feuerkäfer und Ameisen gefunden. Wenn ich mir vorstelle, wie viele Insekten man vor 30 Jahren immer an den Autoscheiben kleben hatte...”.

Diese Entwicklung ist für uns Menschen sehr problematisch. Denn Wildbienen sind durch ihre fleißige Blütenbestäubung verantwortlich für einen großen Teil der biologischen Vielfalt. Sie sind wichtige Bestandteile von Nahrungsnetzen und beeinflussen letztendlich auch unsere Nahrungsmittelproduktion.

Die Lage ist dramatisch: Mittlerweile sind bereits über die Hälfte der 565 Wildbienenarten in Deutschland bedroht oder bereits ausgestorben. Der Schutz und die Unterstützung der Wildbienen sind daher von höchster Bedeutung und für gesamte Bevölkerung relevant. Um den weiteren Verlust von Wildbienen und anderen Insekten zu verhindern, ist es daher sehr sinnvoll, in Schulen verstärkt die Wichtigkeit der Insekten u.a. für die Bestäubung zu vermitteln.

Das Wildbienenhaus bietet mit Nisthilfen aus Lehm, Bambus und Hartholz Wohnraum für verschiedene Arten von Wildbienen. So nisten die Hohlraumbesiedler unter den solitären Wildbienen und Wespen unter anderem gerne in hohlen Pflanzenstängeln wie Bambus. Dieser wurde vorab entgratet und geschliffen. „Den Bambus haben wir aus dem Kölner Zoo. Die Pandas haben die Blätter abgefressen und wir benutzen die Reste für die Wildbienenhotels” erzählt Schreiner Jörg Meyer, der das Insektenhaus „de Luxe” gebaut hat.


Pressemeldung vom 18.03.2019

                      

Seiden-Weidenbiene werden auf das NaturGut Ophoven umgesiedelt

Schüler der Gesamtschule Schlebusch helfen Bienengarten des NaturGuts Ophoven auf Vordermann zu bringen


Ihre Nistplätze fielen einem Bauvorhaben an der Gesamtschule Schlebusch zum Opfer. Schülerinnen und Schüler der Bienen AG retteten die Kokons und lagerten sie kühl über den Winter. Am Montagmorgen siedelten die Jugendlichen die Kinder der seltenen Bienenart auf dem NaturGut Ophoven an.

Die Weiden-Seidenbiene baut ihre Niströhren gerne in sandig-lehmigen Boden. Deshalb haben der 14jährige Jonas, Fabian und Lea ein Stück Erde auf dem NaturGut speziell für die seltene Bienenart vorbereitet. Mit Schraubenzieher wurden 10 cm tiefe Niströhren in die Sand-Lehmmischung gebohrt und dann die Kokons hineingelegt. „Um die Löcher zu schließen, haben wir 1 cm Sand darauf gestreut”, erklärte Jonas. Jetzt warten wir darauf, dass es wärmer wird und die Bienenkinder schlüpfen”, ergänzte Lehrer und Imker Reinhold Glüsenkamp.

Neben der Bienenrettungsaktion verrichteten die Jugendlichen aber auch noch andere wichtige Aufgaben auf dem Gelände des Umweltbildungszentrums. Einmal im Jahr bringen sie den Bienengarten auf Vordermann. Moritz und Tom haben Laub aus dem Trachtkalender entfernt, Unkraut gejätet und vertrocknete Staudenstängel entfernt. Dennis und Amelie haben die neuen hölzernen Symbole für den Bienen Baumparcour angebracht. 10cm große Wild- – und Honigbienen auf gelber Holzbienenwabe kennzeichnen jetzt bienenfreundliche Bäume wie Weiden, Apfelbaum, Spitz- und Bergahorn, Esskastanie, Sommerlinde oder Eberesche.

Thobias und Tristan pflanzten eine Weide um und verlegten Trittsteine im Bienengarten. Insgesamt halben siebzehn Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Schlebusch am Montagmorgen das NaturGut Ophoven an dem Bienen Projekttag teilgenommen. In zwei Stunden waren sie fertig. Die Hilfe für die Bienen ist ein wichtiges Anliegen für die 14-jährige Annika. „Es geht ja schließlich auch um unsere Zukunft”, erklärt sie, „denn die Bienen erfüllen eine wichtige Aufgabe. Sie bestäuben fast alle Blütenpflanzen”, erklärte sie.

Ein Drittel aller Früchte werde durch Honig- und Wildbienen befruchtet, ergänzt Lehrer und Imker Reinhold Glüsenkamp. Viele der hier lebenden Wildbienen seien aber vom Aussterben bedroht, so der Imker. „Deshalb ist es wichtig, für sie Wohnungen und Nahrung in unseren Gärten und Parks zu schaffen.” Jedes Jahr verbringen die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfaches Naturwissenschaften der Gesamtschule Schlebusch einen Tag auf dem NaturGut Ophoven und engagieren sich für die Bienen.


Pressemeldung vom 19.2.2019

                      

Johanna Gastdorf aktiv für Wildbienen

Die Schauspielerin legt Wildblumenbeet in ihrem Schlebuscher Garten an

Johanna Gastdorf setzt sich aktiv für den Wildbienenschutz ein und zeigt, dass Wildbienenschutz nicht schwer ist und leicht nachzumachen. Gemeinsam mit Hans-Martin Kochanek hat sie heute ein Beet angelegt auf der bald verschiedene attraktive Futterpflanzen für Wildbienen wachsen können.

Hans-Martin Kochanek erläuterte zwei Grundprinzipien, wenn es darum geht, Wildbienen und andere Insekten zu fördern: „Erstens: Es ist am besten, wenn es vom Frühjahr bis in den Herbst im Garten blüht. Es ist also darauf zu achten, sowohl früh-, mittel-, als auch spätblühende heimische Arten anzupflanzen, dann finden viele verschiedene Insektenarten stets ausreichend Nahrung in Ihrem Garten. Zweitens: Die richtige Blumenmischung. Es ist wichtig, dass keine Blumen mit gefüllten Blüten verwendet werden – da findet keine Biene Nektar. Gefüllte Blüten erkennt man daran, dass diese keine Staubblätter besitzen”.

Hans-Martin Kochanek hat deshalb eine besondere Wildblumen-Mischung für Wildbienen mitgebracht. Der Biologe Dr. Paul Westrich, der sich seit über 40 Jahren intensiv mit Wildbienen auseinandersetzt, hat zusammen mit Bernd Dittrich von der Kräutergärtnerei Syringa Samenmischungen entwickelt. Sie enthält 35 ein-, zwei- und mehrjährige Arten und bleibt damit dauerhaft attraktiv.

Viele im Handel befindliche Mischungen sind aus Sicht unserer Insekten eine reine Mogelpackung. Der Schwerpunkt liegt fast ausschließlich auf dem Show-Effekt der Blüten, nicht auf dem ökologischen Nutzen. Zu diesem Zweck werden viele Pflanzenarten mit gefüllten Blüten verwendet, bei denen die Staubblätter zu sterilen Blütenblättern umgewandelt sind. Derartige Blüten locken Insekten zwar an, bieten dann leider nur sehr wenig oder gar keine Pollen und Nektar an und können daher nicht zur Insektenernährung beitragen. Und da sind auch gezüchtete Arten oder nichteinheimische Pflanzen mit dabei. Denn viele exotische Arten können von unseren Insektenarten nicht verwertet werden.

Die neu entwickelte Wildblumenmischung von Dr. Westrich und Bernd Dittrich liefert kein künstlich aufgedonnertes Blütenfeuerwerk, ist aber aus ökologischer Sicht um Längen sinnvoller. „Wildbienen werden diese Mischung lieben!” sagt Dr. Hans-Martin Kochanek. Alle 35 Arten stellen ein wichtiges Nahrungsangebot für Honig- und Wildbienen dar, zu denen u. a. Seidenbienen, Pelzbienen, Mauerbienen, Holzbienen und Hummeln zählen. Zur Brutversorgung werden Nektar, aber vor allem Blütenpollen benötigt, den die Wildbienen an den angebotenen Pflanzen reichlich finden. Die Mischung kann man online (https://www.syringa-pflanzen.de), aber auch auf dem NaturGut Ophoven für 6,95 Euro bekommen. Sie reicht für 10 m².

So wird es gemacht:

  • Zunächst muss der Boden von der Vegetation befreit werden. Denn wenn der Boden möglichst locker, nährstoffarm und pflanzenfrei ist, können die Samen besser keimen. Aussaaten in bestehenden Rasen oder Wiesen funktionieren in der Regel kaum.

  • Danach wird Sand zum abmagern auf den Boden gebracht. Zur besseren Verteilung des Saatguts wird die Aussaatmenge mit Sand im Verhältnis 1:2 oder 1:3. 1,5g Samen je qm reichen schon. Anschließend ist es wichtig mit einem Brett am Fuß etwas das Saatbeet anzudrücken. Ideal ist eine Einsaat ab Mitte März.

  • Unter günstigen Bedingungen keimen die meisten Samen nachdem es warm wird innerhalb 2-4 Wochen. Etwa 8-12 Wochen nach der Aussaat kann man mit dem Blühbeginn rechnen. Jetzt wird die Wildblumenwiese ungefähr drei Monate blühen. Um das Blühen zu verlängern, sind noch Folgesaaten bis Ende April möglich. Im zweiten Jahr erblühen sowohl die (erneut versamten) Einjährigen, als auch die zwei- und mehrjährigen Arten. Das Beet jeweils im Herbst abmähen und das Mahgut kurze Zeit liegen lassen, damit es aussamen kann. Bei unseren Bodenverhältnissen in Leverkusen blüht so eine Wiese ungefähr 3 Jahre. Dann kann bei Wunsch neu eingesät werden.

  • Falls in ihrem Boden noch viel Samen von „Gartenunkräutern” ist, können diese eventuell sehr schnell wachsen. Wenn diese nach der Aussaat etwa 20, 30 cm hoch sind und aus den schon immer da gewesenen „Gartenunkräutern” wie Melde besteht, sollte man die Fläche einmal mähen und das Schnittgut entfernen. Die Mahd schadet den eingesäten Arten auf keinen Fall.


Pressemeldung vom 16.02.2019

                      

NaturGut Ophoven gibt wichtige Tipps für den Bau eines Wildbienenhauses

Nicht nur wir Menschen, auch die Wildbienen schauen genau hin bei der Wahl ihrer Behausung. „Deshalb müssen beim Bau einer Nisthilfe wichtige Details beachtet werden”, erklärte Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGut Ophoven bei einem Pressetermin am Samstagnachmittag. Gemeinsam mit Umweltdezernent Alexander Lünenbach und Biologe Hans Günther Dreesmann stellte er aus einem Stück Holz und mit einer Bohrmaschine eine ideale Nisthilfe für die Bestäuber her.

„Die Aktivitäten des NaturGut Ophoven zur Förderung der Insekten sind ein wichtiger Baustein unseres Vorhabens Leitbild Stadtgrün” so der Leverkusener Umweltdezernent Alexander Lünenbach. „Die Löcher müssen sauber gebohrt werden, so dass keine Fasern die jungen Bienen verletzen, die im Frühjahr schlüpfen”, so Kochanek. Außerdem bevorzuge jede Wildbienenart – an ihre Größe angepasst – eine andere Lochgröße. „Für unsere Gärten sind hauptsächlich Lochgrößen von 4 - 8 mm Größe sinnvoll, denn darin legen die gehörnte Mauerbiene, Glockenblume-Scherenbiene oder auch die Löcherbiene ihre Eier ab”.

„Vor den Wildbienen braucht man keine Angst zu haben, denn sie haben keinen Stachel und können daher nicht stechen” erklärte Hans Günther Dreesmann, Mitglied des Vorstandes des Fördervereins NaturGut Ophoven. Deshalb sind Wildbienenhäuser auch auf Balkonen und nahe der Hauswand willkommen und ungefährlich.

Warum sind die Wildbienen im Garten so wichtig?
Wissenschaftler haben schon lange nachgewiesen, dass wir ohne Bienen auf einen großen Teil unserer Erträge im Garten oder in der Landwirtschaft verzichten müssten. Denn die Wildbienen sind unverzichtbar bei der Bestäubung. Und inzwischen weiß man sogar, dass die fleißige Honigbiene zwar einen Großteil dieser Arbeit macht, aber das große Heer ihrer einzeln lebenden Verwandten – die Wildbienen - einen deutlich größeren Anteil an der Bestäubungsleistung hat. Um Nahrung für nur eines ihrer Eier zu finden, besucht die fleißige Wildbiene über 100 Blüten und sorgt so für die Bestäubung. Das Aufstellen eines Wildbienenhauses im Garten ist deshalb nicht nur eine aktive und einfache Maßnahme zum Schutz unserer Natur, sondern auch ein Beitrag die Ernte von Kirschen, Äpfel, Himbeeren oder Johannisbeeren zu erhöhen.

Infokasten: So sieht das ideale Wildbienenhaus aus!
Optimal für den Bau von Wildbienenhäusern sind senkrechte, lange abgelagerte trockene Holzstämme aus Eiche, Buche oder am besten Esche. Ungünstiger sind Baumscheiben, diese reißen leichter und sind dadurch ineffektiver. Aufgestellt werden soll das Wildbienenhaus nach Süden ausgerichtet, fest angeschraubt und gegen Nässe geschützt. Aber nicht nur gebohrte Hölzer eignen sich als Nistplatz für die Wildbienen, sondern auch hohle Stängel vom Schilf oder vom Bambus. Die Form der Wildbienenhäuser kann ganz verschieden sein, hier hemmt nichts die Kreativität der Garten- oder Balkonbesitzer.