NaturGut Ophoven gibt Tipps um Lebensmittelverschwendung zu stoppen
Leverkusen, den 29.07.2026
Am 30. Juli ist in diesem Jahr der Earth Overshoot Day, der Weltüberlastungstag. Ab diesem Tag leben wir Menschen auf Pump: Die natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann – etwa saubere Luft, frisches Wasser oder Holz – sind dann bereits verbraucht. „Ab morgen plündern wir unsere natürlichen Reserven und gefährden damit die Zukunft unserer Kinder“, sagt Britta Demmer vom NaturGut Ophoven.
Besonders beunruhigt sie, dass der Weltüberlastungstag von Jahr zu Jahr früher erreicht wird. „Doch wir alle haben es in der Hand, diesen Trend zu stoppen“, so Demmer. Ein großer Hebel sei der Umgang mit Lebensmitteln. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO werden weltweit jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen essbare Lebensmittel weggeworfen. Würde diese Verschwendung halbiert, könnte sich der Weltüberlastungstag um 13 Tage nach hinten verschieben.
Lebensmittel landen zu oft in der Tonne
Auch in Deutschland ist die Verschwendung enorm. Nach Angaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung werden hierzulande jährlich 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel vernichtet – das entspricht 342 Kilogramm genießbarer Nahrung pro Sekunde. Industrie und Handel entsorgen Lebensmittel etwa dann, wenn Obst und Gemüse nicht der EU-Norm entsprechen, das Mindesthaltbarkeitsdatum bei Fleisch oder Milchprodukten naht oder Verpackungen beschädigt sind.
Den größten Anteil an der Verschwendung haben jedoch die privaten Haushalte: Rund 6,3 Millionen Tonnen Lebensmittel, also 58 Prozent, werden jedes Jahr von Verbraucherinnen und Verbrauchern weggeworfen. Das sind im Durchschnitt 75,5 Kilogramm pro Person. Die Gründe dafür sind vielfältig, erklärt Meike Meding vom NaturGut Ophoven. „Häufig liegt es an falscher Lagerung, mangelhafter Einkaufsplanung oder daran, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum als Wegwerfdatum missverstanden wird“, sagt die Ernährungsberaterin.
Jeder kann etwas tun
„Wenn wir gut planen, richtig lagern und Reste verwerten, können wir die Verschwendung auf ein Minimum reduzieren“, so Meding. Das schone nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Besonders wirksam sei es, einen Wochenplan für die Mahlzeiten zu erstellen und darauf aufbauend einen Einkaufszettel zu schreiben. „Wer seine Vorräte überprüft und nur notiert, was wirklich fehlt, verhindert Doppelkäufe“, erklärt sie.
Außerdem rät Meding, nicht hungrig einkaufen zu gehen. „Wer mit leerem Magen im Supermarkt steht, kauft oft mehr als geplant. Eine feste Einkaufsliste hilft, den Fokus zu behalten.“ Eine gezielte Einkaufsplanung führe zudem oft zu einer bewussteren Ernährung.
Das NaturGut Ophoven hat dafür einen praktischen Einkaufszettel vorbereitet, der unen zu finden ist. Hilfreich für den Einkauf per Smartphone ist auch die Plattform www.Hauszettl.com.
Weitere praktische Tipps
- Frisches und leicht Verderbliches nur anschaffen, wenn es wirklich gebraucht wird.
- Lagerung optimieren: Frische Lebensmittel hinten einräumen, ältere zuerst verwenden.
- Kühlschrank sinnvoll nutzen: Verschiedene Kältezonen beachten. Selbstgekochtes oben, Milcherzeugnisse in die Mitte, Fisch und Fleisch unten. Gemüsefach: nur kälteverträgliches Obst/Gemüse. In der Tür Eier, Butter und Getränke lagern.
- Obst und Gemüse getrennt voneinander lagern, da manche Arten Gase absondern, die andere schneller reifen lassen.
- Brot und Brötchen frisch halten: in einem Brotkasten oder einem Deckel-Tontopf lagern.
- Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Wegwerftermin: Viele Lebensmittel sind auch nach Ablauf noch genießbar.
- Resteparty: Gäste bringen eine geheime, vergessene Zutat aus dem eigenen Haushalt mit und kochen gemeinsam ein Menü.
- Restlebensmittel verschenken: Nachbarinnen und Nachbarinnen oder Freundinnen und Freunde mithilfe von Foodsharing-Plattformen unterstützen.
Weitere Tipps und Rezepte bietet die Webseite www.zugutfuerdietonne.de des Bundesministeriums für Ernährung und Heimat.