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Auf dem Gelände des NaturGuts Ophoven jeden Monat Spannendes entdecken

Juli: Kleiner König mit großer Klappe – der Zaunkönig

Bei einem Spaziergang über das NaturGut Ophoven begleiten uns zurzeit  laute und eindringliche Vogelrufe. Beim genauen Hinschauen entdeckt man vielleicht die kleinen „Krachmacher“. Es sind nämlich z.B. junge Zaunkönige, die in diesen Tagen ihr Kugelnest verlassen haben, im Geäst sitzen und laut nach ihren Eltern rufen. Diese flitzen eifrig umher auf der Suche nach kleinen Insekten und Raupen, um die immer hungrigen Schnäbel ihrer Kinder zu stopfen.
 
In einigen Gärten unserer Stadt gibt es den kleinen Kobold noch häufig. Am wohlsten fühlt er sich, wenn hier Hecken, Sträucher, Blumenwiesen, ungespritzte Rabatte, Reisighaufen oder Strauchschnittreste vorhanden sind. Oder vielleicht findet er auch einen speziellen Zaunkönignistkasten, eine Nistkugel, die nicht zu hoch an einer geschützten Stelle für ihn angebracht wurde.
Sein laut schmetterndes Lied gibt er auch bei Frost und Schnee zum Besten. Die kalten Winternächte verbringt er zusammengekuschelt mit seinen Artgenossen in seinem selbstgebauten gut isolierten Kugelnest. Das Nest  besteht aus Blättern, Ästen und Moos.
 
Schon früh im Jahr beginnt das Männchen mit dem Bau des handballgroßen Kugelnestes mit seitlichem Eingang. Es baut etliche „Spielnester“, die er seiner Auserwählten singend und balzend anbietet. Vom Weibchen wird das Nest - nach Hausfrauenart - mit Haaren und Federn gemütlich ausgepolstert wird. So viel Arbeit! Dabei misst der selbstbewusste Vogelzwerg vom Schnabel bis zur Schwanzspitze gerade einmal 9,5 Zentimeter und wiegt kaum 10 Gramm.
 

Juni: Die etwas anderen Bienen vom NaturGut Ophoven

In den letzten Wochen gab es auf dem NaturGut Ophoven reges Leben und Treiben. Nicht nur Schul- und Kindergartenkinder erfüllten das Gut mit Leben.
Nein, es summte und brummte, dass es eine Freude war. Bienen und Hummeln flogen die Blüten an, um sich und ihre Brut mit Nektar – sprich Nahrung zu versorgen.
Erfreulicherweise gibt es neben den bekanntesten nützlichen Insekten, der Honigbiene und  der Wespe auch noch einige andere – unbekanntere – „Flugobjekte“ zu sehen. Entgegen so mancher Vermutung sind sie kein „Ungeziefer“, sondern sind sehr wichtige Helfer bzw. Helferinnen bei der Bestäubung der Blüten und im Kreislauf der Natur, nämlich die Wildbienen oder Solitärbienen.
 
Während die Bienen und Hummeln, die wir kennen, Staaten bilden, wobei die Honigbiene als das älteste „Haustier“ des Menschen gilt, leben die Wildbienen, wie schon der Name sagt, „wild“. Und das Besondere: Sie sind Singles, leben also allein ohne einen Staat versorgen zu müssen. Einzig und allein für ihren eigenen Nachwuchs müssen sie sorgen. Und das machen sie so: Sie suchen sich eine Röhre, zum Beispiel Röhren eines Reetdaches, Löcher in alten Bäumen, Bambus eines Windspiels oder kahle Stellen im Rasen, tragen einen Nahrungsvorrat an Pollen und Nektar ein, legen ein Ei hinein und verschließen dieses „Kinderzimmer“. So machen sie es hintereinander mit mehreren (ca. 4 – 30) Eiern. Wenn der Nachwuchs schlüpft findet er direkt einen reich gedeckten Tisch vor. Den Nahrungsvorrat verzehrt die Larve in einigen Wochen, verpuppt sich dann, entwickelt sich ohne weitere Pflege und schlüpft üblicherweise erst im nächsten Jahr.
 
Dann verlässt sie diesen geschützten Raum und beginnt ihre sehr geschätzte Arbeit. Dabei übernimmt sie einen großen Teil der Bestäubung der Pflanzen. Die Solitärbienen sind mit in Deutschland ca. 500 Arten die größte Gruppe der Insekten, die dafür sorgen, dass uns unsere pflanzliche Nahrung zur Verfügung steht. Damit sie gut leben können, stehen Ihnen auf dem NaturGut Ophoven mehrere Unterkünfte „Insektenhotel‘s“, wie man sie auch im Privatgarten aufstellen kann,  zur Verfügung.
 

Mai: Kein Schaumschläger – das Wiesenschaumkraut

Bei einem Spaziergang am Oulusee verwöhnt zur Zeit eine zartlila blühende Pflanze das Auge des Betrachters. Das hier natürlich vorkommende Wiesenschaumkraut verwandelt einen Teil der Wiese in ein kleines Blütenmeer, so als sei die Wiese mit einem zartlila Schaum überzogen. Wenn die Wiese etwas feucht ist, (sie liegt ja auch am See), kann dort das Wiesenschaumkraut, das vermutlich seinen Namen daher erhalten hat, wachsen. Die meisten Wiesen sind jedoch heutzutage entwässert, so dass wir diese zierliche Wiesenblume, die 2006 zur Wiesenblume des Jahres gekürt worden war, nicht mehr so gehäuft in Leverkusen vorfinden.

Es gibt noch eine andere Erklärung für die Herkunft des Namens: Ein Insekt, welches das Wiesenschaumkraut gerne aufsucht, ist die Wiesenschaumzikade. Diese ernährt sich von dem Saft der Blätter. Außerdem legt sie ihre Eier an die Blätter des Krautes. Die kleinen Raupen saugen ebenfalls den Pflanzensaft. Zur Tarnung und um nicht auszutrocknen, umgeben sich die Raupen mit einem Schaumnest, was dem Insekt seinen Namen eingebracht hat. Dieser Schaum wird als „Kuckucksspeichel“, von Kindern gern auch als „Hexenspucke“ bezeichnet.
„Auch der schmucke Aurorafalter nutzt das Wiesenschaumkraut als Nahrungspflanze“ sagt die Naturexpertin Ursula Heinrichs vom NaturGut Ophoven. Dieser orange und weiß gezeichnete Schmetterling ernährt sich vorwiegend vom Nektar der Pflanze. Seine Larven genießen die Blätter. Für uns Menschen ist das Wiesenschaumkraut ebenfalls essbar. Mit seinen würzigen, kresseartig schmeckenden Blüten kann man jeden frischen grünen Salat dekorieren und würzen. Der hübschen Pflanze kann man auch leicht im Garten eine Heimat anbieten. Meist reicht es schon, ein nicht ganz so trockenes Stück Rasen erst Mitte Mai zu mähen. Dann kann das attraktive Wiesenschaumkraut auch im eigenen Garten blühen und die hübschen Schmetterlinge anlocken.

April: Leverkusen blüht!

Anfang April kann bei einem Frühjahrsspaziergang einem Waldbesucher plötzlich das Herz aufgehen. Denn in einigen Leverkusener Wäldern blüht großflächig ein weiß-rosa Teppich auf dem Waldboden. „Die Buschwindröschen auch auf dem NaturGut Ophoven als erste leuchtende Frühlingsboten lassen mich an Goethe denken „Wie herrlich leuchtet mir die Natur....” sagt begeistert die Naturexpertin Ursula Heinrichs vom Förderverein NaturGut Ophoven.

Die Buschwindröschen müssen sich mit dem Blühen beeilen, denn nur solange die Bäume noch unbelaubt sind, erhalten die Blüten genügend Licht. In einem unterirdischen Wurzelstock haben diese zarten einheimischen Pflanzen ihre „Vorratskammer”, aus der sie die frühe Blühkraft erhalten. Außerdem hat die zur Familie der Hahnenfußgewächse gehörende Pflanze tierische Helfer. Bienen und Fliegen sorgen für die Bestäubung, Ameisen für die Verbreitung. Je nach Lage kann die Blütezeit bis Mai andauern. Aber eins sollte man beachten: Die Pflanze ist in allen Teilen giftig und geschützt und sollte keinesfalls abgepflückt werden.

Ebenfalls ein typischer Frühblüher in den Leverkusener Laubwäldern ist der Lerchensporn. Allerdings ist er nicht so weit verbreitet, teils sogar selten. Von März bis Mai findet man bei uns den „gefingerten”, noch seltener den „Hohlen Lerchensporn”. Hohl heißt er, weil seine Wurzelknolle hohl ist. Den Namen Lerchensporn hat er erhalten, weil seine gefingerten Blätter an die Krallen der Haubenlerche erinnern. Die Blütenfarbe kann weiß, violett oder blaßrot sein. Zur Verbreitung ist der Lerchensporn ebenfalls auf die Mitarbeit der Ameisen angewiesen. Auch diese Pflanze ist giftig und sollte keinesfalls gepflückt werden. Ihr Gift kann sogar helfen, es wird zur Herstellung von Arzneimitteln verwendet.

März: die Farbe Gelb ist die Frühlingsfarbe

Die Farbe Gelb begegnet uns im Frühling sehr häufig. Die schönen, leuchtenden Zitronenfalter flattern nun umher, auch schon hier bei uns auf dem NaturGut Ophoven und vieles erblüht in dieser Farbe, zum Beispiel Narzissen (Osterglocken), Forsythien, Huflattich, Winterlinge und Primeln. Dabei bemerken wir, dass die ersten Hummeln und Bienen bevorzugt diese Farbe ansteuern, um sich nach dem Winter mit neuer Nahrung zu versorgen. Warum ausgerechnet Gelb? Es besteht die Ansicht, dass das leuchtende Gelb gerade in den noch trüben Frühlingstagen besonders hervorsticht und damit die Insekten zu den Futtertöpfen lockt.

Februar: Scharbockskraut - es blüht so früh

Bei einem Spaziergang über das NaturGut kann man inzwischen sehen, wie auf dem Waldboden das erste Grün erscheint. Zwischen vielen unscheinbaren Blättchen erkennt man schon das Scharbockskraut. Bald werden zwischen den kleinen herzförmigen Blättchen die ersten gelben Blütensterne leuchten. Die besten Aussichten früh zu blühen hat das Kraut, solange die Bäume noch ohne Blätter da stehen und die Sonnenstrahlen ungehindert bis zum Boden gelangen. Seinen Namen erhielt das Kraut, weil in früheren Zeiten die Blätter als Heilmittel gegen die Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut verzehrt wurden, denn sie enthalten einen reichen Anteil an Vitamin C. Der Verzehr der Blätter ist jedoch nur so lange unbedenklich bis die Blüten erscheinen. Während und nach der Blüte sind die Pfanzen für den Menschen giftig.

Januar: Bäume im Winter – die Natur zeigt ihre Kunstwerke

Im Winter, wenn die Bäume ihre Blätter verloren haben, zeigt ein Baum sein „wahres Gesicht”. Jetzt hat er Pause und kann sich erholen. Ohne die Blätter zeigt er seine ganze Gestalt und nun sieht man, wie er sich mit seinen „Nachbarn” arrangieren musste, ob er genug Platz hatte, um sich auszubreiten und auszuleben.

Leider hat eine unserer alten Eichen am Gut Ophovener Hangwald den stürmischen Jahreszeitenwechsel nicht überstanden und liegt nun quer über dem Wiembach. Ein toller Anreiz, seinen Gleichgewichtssinn zu testen und darüber zu balancieren. Zum Glück kann man beim Spaziergang über das NaturGut Ophoven am Hangwald noch zahlreiche weitere majestätische Eichen bewundern. Jeder Baum, der sein kahles Astwerk zeigt, ist ein graphisches Kunstwerk, wie dieses Foto einer der größten Leverkusener Eiche bei Claashäuschen zeigt.

Alle Bäume haben ihre eigene Silhouette. Daran können Baumkenner die Art des Baumes erkennen. Der weniger geübte Waldbesucher braucht zur Bestimmung der Art noch die Struktur der Rinde, ob glatt oder rau und borkig, eventuell schaut er sich die Knospen an oder er genießt ganz einfach diesen bizarren Anblick und denkt an den Spruch von Kahil Gibran:

„Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt.”