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Klimafreundlich Wohnen

Grüne Fassaden für graue Städte

Graue Energie

Dachbegrünung - natürlicher Klimaschutz!

Lehm – ebenso alt wie natürlich

Nachhaltiges Holz

Rasen oder Blumenwiese?

Natur im Garten

Torf gehört ins Moor und nicht aufs Beet

Klimafreundlich leben: Im Alltag bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, bewusster mit den Ressourcen umzugehen. Hier möchten wir Ihnen einige Möglichkeiten für den Bereich „Wohnen” vorstellen.
 

Grüne Fassaden für graue Städte

Ein Haus aus Kletterrosen, Knöterich und Wildem Wein, das klingt ein bisschen nach Märchenschloss und Prinz und nicht nach Großstadt und grauen Hausfassaden.
Was so märchenhaft klingt, ist in der Realität leicht umzusetzen und hat jede Menge Vorteile. Sie können sicher sein, dass Ihr Arbeits- und Wohnumfeld viel schöner wird, wenn die Fassaden grün sind oder im Herbst im roten Blätterglanz leuchten. Außerdem wirken sich die begrünten Hauswände positiv auf das lokale Klima aus. Die Pflanzen entziehen der Luft Kohlendioxid und reichern sie mit Sauerstoff an. Dazu filtern sie auch noch Staub- und Schmutzpartikel aus der Luft und nehmen Schadstoffe auf.

Sie brauchen nur 40 qm begrünte Fassade, um Ihren jährlichen Sauerstoffbedarf zu decken. Ein begrüntes Haus kann somit den Sauerstoff für die ganze Familie erzeugen.

Im Sommer verringern die Kletterpflanzen die Aufheizung der Hauswände, indem die Blätter ständig Feuchtigkeit verdunsten. Im Winter dagegen schirmen die Pflanzen die Wand gegen Wind und Kälte ab.
Daneben schafft eine Fassadenbegrünung neuen Lebensraum für viele Tierarten. Vögel z. B. finden hier Schutz und Raum für ihre Nist- und Brutpflege.

Wie geht’s?
Für das gute Wachstum von Kletterpflanzen an Fassaden ist es wichtig, dass relativ große Pflanzengruben ausgehoben werden. Die Pflanzgrube sollte 60 bis 100 cm tief, 40 bis 50 cm breit und 60 bis 75 cm lang sein und mit einer Mischung aus Mutterboden und Komposterde (kein Torf!) gefüllt werden. Zum Emporranken benötigen die meisten Kletterpflanzen eine Kletterhilfe, die man leicht bekommen kann. Efeu und Wilder Wein schaffen es ohne. Die Befürchtung, dass intakte Putzschichten oder Mauerwerk durch diese Selbstklimmer zerstört werden, ist zum Glück nur ein Vorurteil. Vielmehr verlängert sogar eine dichte Fassadenbegrünung die Lebensdauer von Anstrich, Putz und Mauerwerk.

Mehr Infos zu verschiedenen Kletterpflanzen, Kletterhilfen, Pflanzung und Pflege unter:

www.nua.nrw.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/naturtipp_03.pdf

www.duesseldorf.de/umweltamt/fassadenbegruenung/index.shtml

Graue Energie

Mit grauer Energie meint man die Summe der Energie, die für die Herstellung, die Lagerung, den Transport, den Verkauf und die Entsorgung von Produkten verbraucht wird.
Grau, weil sie im Produkt „versteckt” und nicht direkt sichtbar ist. Da man diese Energie den Produkten aber gar nicht ansieht, wird sie häufig vergessen! Und das, obwohl der Anteil grauer Energie in Haushalten häufig größer ist, als der direkte Energiebedarf an Strom, Öl, Benzin und Gas!
Graue Energie begegnet uns in allen Produkten des Alltags, von der Nahrung über die Elektrogeräte im Haushalt bis zum Haus selbst.

Graue Energie und Klimaschutz beim Bauen und Renovieren
Wenn graue Energie nicht berücksichtigt wird, entsteht häufig ein falsches Bild der Wirklichkeit. Die Auswahl der Baustoffe ist entscheidend für die Gesamtmenge der grauen Energie eines Gebäudes. Bei Baumaterialien gibt es große Unterschiede bezüglich der enthaltenen grauen Energie. Ziegel beispielsweise sind in der Herstellung weniger energieintensiv als Stahlbeton. Bereits in der Planung sollten Baustoffe mit möglichst geringer grauer Energie wie zum Beispiel umweltfreundliches Holz und Lehm berücksichtigt werden. Zudem kann man dafür sorgen, dass der verwendete Baustoff besonders lange hält. So kann man die Lebenszeit von Holz durch entsprechende bauliche Maßnahmen verlängern wie z.B. Niederschläge abführen, Verbretterungen hinterlüften und Erdkontakt vermeiden.

Was können Sie noch tun?
Beim Kauf von Produkten sollte man auf Langlebigkeit und Reparaturfreundlichkeit achten. Denn je länger ein Produkt genutzt wird, desto besser wird auch seine graue Energie genutzt. Ein Kühlschrank oder eine Waschmaschine haben zum Beispiel erst nach 8 Jahren so viel Energie verbraucht, wie zu ihrer Herstellung nötig war.
Und Kleidung, die man nicht mehr braucht, könnte weiterverschenkt oder auf dem Trödelmarkt verkauft werden.

Mehr Infos:
Viele Bauherren stehen vor der Wahl, welche Materialien zur Anwendung kommen sollen. In der Datenbank finden sich deshalb die im Wesentlichen gebräuchlichen Baustoffe. Als Orientierung für den Anwender sind die Baustoffe in Ökobilanzen aufbereitet. Die Ökobilanzen bieten so einen schnellen, umfangreichen und wissenschaftlich fundierten Überblick: www.gutebaustoffe.de/baustoffdatenbank.html

Dachbegrünung: Natürlicher Klimaschutz!

Dachbegrünungen sehen nicht nur richtig toll aus, sie sorgen auch für ein deutlich besseres Stadtklima. Vor allem im Sommer, wenn es in Städten aufgrund des höheren Anteils versiegelter Bodenfläche bis zu 10 Grad wärmer sein kann als im Umland. Bepflanzte Dächer entfalten hier eine positive Wirkung: Sie nehmen Regenwasser auf, das langsamer verdunstet und gleichzeitig für Kühlung sorgt. Darüber hinaus binden sie Kohlendioxid, Staub und Schadstoffe. Ein Quadratmeter grünes Dach filtert im Jahr etwa 0,2 kg Schadstoffe aus der Luft. Außerdem sorgt ein bepflanztes Dach auf ganz natürliche Weise für einen besseren Wärmeschutz des Hauses im Sommer und Winter. Damit leisten grüne Dächer einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Sie ersetzen zwar keine Wärmedämmung, senken jedoch die Energiekosten und somit den Kohlendioxid-Ausstoß. Die grünen Dachoasen bieten nicht nur für die Menschen ein Plus an Lebensqualität. Sie sind auch ein wertvoller Lebensraum für Kleintiere und Pflanzen. Zusätzlich verlängert die Bepflanzung die Lebensdauer vom Dach.

Extensive und intensive Dachbegrünung
Ob es ein extensives Gründach auf der Garage, Carport bzw. Gartenhaus oder eine intensive Dachbegrünung auf dem Wohnhaus mit nutzbarer Terrasse ist - vieles ist möglich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Varianten der Dachbegrünung: zwischen der extensiven Dachbegrünung, bei der das Dach mit niedrigen Stauden bepflanzt wird, und der intensiven Dachbegrünung, bei der auch größere Sträucher und sogar kleine Bäume auf dem Dach wachsen können. Für welche Variante man sich letztlich entscheidet, sollte von einem Statiker geklärt werden.

Am beliebtesten ist die einfache, die extensive Dachbegrünung. Die kostet weniger und ist auch im Aufbau weniger aufwendig. Manche Firmen bieten sogar schon fertige Pakete zum Selbstbau an. Bei einer gezielten Dachbegrünung werden geeignete Pflanzenarten über Saatgut oder Pflanzungen aufs Dach gebracht mit dem Ziel, die komplette Fläche grün zu bekommen. Damit das Dach zukünftig vor Beschädigungen geschützt ist, ist eine Abdichtung mit diversen Schichten aus Folien und Matten unerlässlich. Für eine extensive Dachbegrünung eignen sich vor allem Sukkulenten, also wasserspeichernde Pflanzen, die Trockenheit gut vertragen. Dazu zählen zum Beispiel Hauswurz- und Steinbrech-Arten als auch Sedum-Arten, die in Dreier- oder Vierergruppen auf dem Dach angeordnet werden. Dank der pflegeleichten Pflanzen macht die Dachbegrünung kaum Arbeit. Lediglich zweimal pro Jahr sollte Unkraut gejätet und die Erde von Birken- oder Weidensamen befreit werden.

Mehr Infos:

www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/dachundwand/00571.html

www.oekologisch-bauen.info

Lehm - ebenso alt wie natürlich

Gerade in Europa wurde Lehm als natürlicher Baustoff, etwa für Fachwerkhäuser, verwendet. Holz und Lehm waren über Jahrhunderte der Baustoff des Volkes. Viele der lehmbasierten Häuser sind auch noch nach 500 Jahren tadellos erhalten.

Das größte Lehmgebäude in Deutschland ist ein 6-geschossiges Wohnhaus in Weilburg in Hessen. Aber auch in unserer Region gibt es noch viele Fachwerkhäuser, deren Zwischenräume mit einem mit Lehm verputzten Holzgeflecht ausgefüllt sind.

Heute wird Lehm wieder als natürlicher Baustoff entdeckt. Wie kein anderer Baustoff erfüllt Lehm ökologische und baubiologische Anforderungen. Er ist örtlich verfügbar, schont Ressourcen und ist beliebig wieder verwertbar. In der Herstellung benötigt er wenig Energie, er ist angenehm zu verarbeiten und gibt keine Schadstoffe ab.

Lehm hat unvergleichliche technische Eigenschaften: Er ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, wärmedämmend, schadstoffabsorbierend, schalldämmend, energiesparend, wohngesund. Deshalb ist das Interesse an Lehm als hochleistungsfähigem, kosteneffektivem Baumaterial überall auf der Welt neu erwacht.
Als Baustoff wird Lehm sehr vielfältig für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete aufbereitet. Er kann als Schüttung in Zwischenböden eingebracht werden, als Mörtel oder Putz verarbeitet oder zu Steinen oder Platten geformt werden. Er lässt sich auch erdfeucht zu massiven Wandkonstruktionen stampfen. Verschiedene Zusätze wie Stroh- oder Holzhäcksel, Hanffasern oder Hobelspäne sorgen für unterschiedliche Festigkeiten, Elastizität oder wärmedämmende bzw. wärmespeichernde Eigenschaften. Als Baustoff verbessert Lehm entscheidend das Raumklima. Durch die Aufnahme und Abgabe von Wasserdampf reguliert er die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise. Zudem bietet er durch seine Masse gute Schalldämmung und wärmespeichernde Eigenschaften.
Holz und Lehm sind Rohstoffe, die sich als Baustoffe perfekt ergänzen. Mit Lehmstein-Mauerwerk für den modernen Holzrahmenbau bringen sie ein gutes und gesundes Klima in die hochgedämmten Niedrigenergie-Holzhäuser. Mit Lehmbausteinen können alte Lehmausfachungen und Decken in Fachwerkhäusern repariert und neue Ausfachungen in alter Technik erstellt werden.

Mehr Infos: http://www.dachverband-lehm.de

Nachhaltiges Holz

Mehr als 350 Quadratkilometer Wald verschwinden jeden Tag weltweit. Große Teile davon werden illegal gerodet. Wir können mithelfen unsere Wälder zu schützen, wenn wir Produkte mit dem FSC-Siegel kaufen.

Was ist FSC?
FSC® steht für „Forest Stewardship Council®” und ist ein internationales Zertifizierungssystem für Waldwirtschaft, das garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Zehn weltweit gültige Prinzipien garantieren, dass Holz- und Papierprodukte mit dem FSC-Siegel aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen. Dabei müssen bei der Waldbewirtschaftung sowohl Umwelt- als auch Sozialstandards eingehalten werden. Es erfolgen intensive Prüfungen der Betriebe vor und nach der Zertifizierung.
Der FSC-Standard schreibt vor, dass die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben müssen, er schützt vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten und sichert die Rechte der Ureinwohner und der Arbeitnehmer. FSC-Wald wird zwar bewirtschaftet, dies aber unter strengen Prinzipien und Kriterien, die den Wald als Ökosystem langfristig erhalten können. Der FSC wurde 1993 infolge des Umweltgipfels von Rio ins Leben gerufen. Er ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation. Seit 1997 gibt es den FSC als gemeinnützigen Verein auch in Deutschland. Die FSC Arbeitsgruppe Deutschland e.V. unterstützt als nationale Initiative den FSC International Center mit Sitz in Bonn und ist verantwortlich für den Deutschen FSC-Standard, der auf den gleichen zehn Prinzipien basiert, die auch international gelten. In einem deutschen FSC-Wald soll sich der Wald vor allem selbst verjüngen, absterbende und morsche Stämme sollen nicht gefällt werden, Äste und Kronen der geschlagenen Bäume müssen im Wald verbleiben.

Einkauf von Holzprodukten
Beim Einkauf von Holzprodukten trifft man auf Gütezeichen, die bei der Kaufentscheidung helfen sollen. Mit dem FSC liegt man immer richtig. Wenn du wissen willst, welches Label was zu bedeuten hat, kann dir der WWF-Labelratgeber weiterhelfen.

Übrigens: Der Fußboden in unserem BioBistro des NaturGuts ist aus FSC-Eichenholz verlegt worden.

Mehr Infos: Eine umfangreiche Liste mit FSC-Produkten finden Sie auf der Homepage von FSC Deutschland.

Rasen oder Blumenwiese?

Sanft, dicht, zäh, grün, vier cm lang und akkurat geschnitten… für Rasenfans ein Traum mit Tradition. Seit dem Mittelalter ist der Rasen in Europa ein wichtiger Bestandteil der Gartengestaltung. Sein Ursprung liegt in England und noch heute ist der sogenannte „englische Rasen” der Inbegriff eines idealen Rasens. Sicherlich an vielen Orten sinnvoll und wichtig ist so eine strapazierfähige Rasenfläche zum Spielen und für den Sport.

Erfreulicherweise gibt es durchaus auch eine Alternative zu diesem arbeitsaufwendigen Rasen – die attraktive Blumenwiese. Ein Rasen besteht möglichst ausschließlich aus Gräsern, die regelmäßig gemäht, gedüngt und manchmal auch gespritzt werden müssen. In der bunten Wiese dürfen hingegen auch Kräuter und Blumen gedeihen.
Schon das Wort Blumenwiese klingt nach Schmetterlingen, saftigen Farben und bunter Blütenpracht. Und nicht nur das … Blumenwiesen sind nicht nur bunter als Rasen, sondern auch preiswerter: In der Anlage um bis zu 30 %, in der Pflege sogar um 80 %.
Wussten Sie, dass auf gepflegten Rasenflächen maximal nur 5-6 Blumenarten Platz finden, auf Blumenwiesen jedoch bis zu 70 verschiedene Arten? Blumenwiesen bieten Lebensraum und Nahrung für bis zu 3500 verschiedene Tierarten (darunter 1500 nützliche Insekten- und 25 Vogelarten). Und was man meist nicht bedenkt – die Blumenwiese kann viel mehr Sauerstoff für uns zum Atmen produzieren als der englische Rasen. Bereits 1,5 qm Blumenwiese erzeugt den Sauerstoff, den ein Mensch im Jahr zum Atmen braucht. Der englische Rasen kommt da lange nicht ran. Er kann auch längst nicht so viel Sauerstoff produzieren, da er immer kurz gehalten wird.

Aber wie kann man eine Blumenwiese anlegen?
Ganz wichtig ist, dass der Boden locker und nährstoffarm ist, also auf keinen Fall gedüngt. Am besten die vorhandene Erde im Verhältnis 1:1 mit Sand mischen. Es gibt zwar fertige Saatmischungen zu kaufen, aber wenn man eine gute Mischung aus Gräsern und Kräutern haben will, sollte man diese versetzt ansäen. Da Kräuter und Wildblumen langsamer wachsen, sollten sie etwa 2 - 3 Wochen früher gesät werden als Gräser. Viele Kräuter benötigen zur Keimung eine Frostperiode. Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat ist deshalb Spätsommer bis Herbst. Allerdings kann auch eine im Frühjahr gesäte Blumenwiese üppig aussehen. Bei der Saatgutauswahl ist es wichtig, dass nur heimische Blumen- und Kräutersorten in der Mischung sind! Eine Pflege ist praktisch nicht nötig. Die Blumenwiese hoch stehen lassen und nur ein- bis zweimal pro Jahr mähen. Auch Düngen ist nicht nötig. Erfreuen Sie sich an der lebendigen Blumenwiese mit ihren Bienen und Schmetterlingen und denken Sie dran, dass die bunte Vielfalt der Pflanzen auch die Vielfalt ihrer Bewohner bestimmt. So wird Ihre Blumenwiese sicher für alle ein spannender Beobachtungsort, an dem Natur erfahren und erlebt werden kann.

Weitere Infos: http://www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartenelemente/04630.html

Natur im Garten

Geranien und Petunien sind in Privatgärten und Balkonen oft des Deutschen liebstes Kind. Aber müssen es eigentlich immer diese exotischen Pflanzen sein, die alljährlich von der Gartenindustrie mit viel Energie und Gift aufgezogen werden? In geheizten Gewächshäusern müssen die jungen Pflanzen schon im Winter der neuen Saison entgegen wachsen, um dann nach einigen Blütemonaten wieder auf dem Kompost bzw. viel häufiger noch im Müll zu landen.
Heimische Wildstauden wie Glockenblumen, Akelei, Fingerhut, Malven, aber auch Kräuter- und Gewürzpflanzen wie Salbei, Rosmarin, Thymian sind eine dauerhafte, mehrjährige Alternative. Ihre ökologischen Vorteile liegen auf der Hand, denn die Vielfalt der heimischen Gartenpflanzen dient einer Menge nützlicher Insekten und damit auch vielen Vögeln als Futterplatz, Nistgelegenheit und Winterquartier. Der bunte blühende Wildpflanzen-Garten kann somit Startbasis für Artenvielfalt rund ums Haus sein. Denn bald tummeln sich hier auch Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlinge wie Zitronenfalter oder Aurorafalter.

Wie kann man nach und nach einen Garten in einen Naturgarten verwandeln?

- Wählen Sie heimische Sträucher und Pflanzen, denn nur hier finden die Tiere Nahrung!
- Legen Sie eine Blumenwiese an!
- Verlegen Sie natürliche Wegebeläge anstatt alles zuzupflastern!
- Kleine Ecken im Garten auch mal unberührt belassen!
- Legen Sie einen Teich an!
- Bauen Sie eine Trockenmauer, dann freuen sich die Tiere!
- Errichten Sie einen Totholz- und Steinhaufen, das sind gute Versteckmöglichkeiten, Sonnenplätze und Winterquartiere für Igel, Zaunkönig und viele andere Tiere.
- Bringen Sie Nisthilfen an!

Sie werden sehen, auch wenn es im Naturgarten nicht ganz so ordentlich zugeht wie im „Standard-Garten“, auch wenn mal etwas Löwenzahn wächst und Laub auch mal liegen bleiben darf, werden Sie erleben, wie spannend es ist, wenn sich nach und nach eine wunderschöne Artenvielfalt einstellt.

Paradiesgärtner pflanzen, Heiterkeitsbäume, Freudensträucher, Lachobst und Tanzgemüse Alfred Selacher (*1945), Schweizer Lebenskünstler

Mehr Infos: www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartengrundlagen/

Torf gehört ins Moor und nicht aufs Beet

Alle Jahre wieder beginnt im Frühling die Pflanzsaison. Dann werden Blumen in die Balkonkästen eingetopft und die Beete für Stauden und Gemüsepflanzen vorbereitet. Im Gartencenter stapeln sich die bunten Säcke mit Erdmischungen. Doch darin befindet sich größtenteils Torf – der Stoff, aus dem unsere Moore bestehen. Wir kippen also mit der Blumenerde norddeutsche, finnische oder baltische Hochmoore in unsere Beete und Töpfe. Und das, obwohl Moore nur drei Prozent der Landfläche unserer Erde bedecken und dabei doppelt so viel Kohlenstoff binden wie alle Wälder der Welt.

Moorschutz ist Klimaschutz
Ein trockengelegtes Moor gibt mit atemberaubender Geschwindigkeit Kohlendioxid frei. Die bislang unzersetzten Pflanzenreste beginnen sich aufzulösen und der darin enthaltene Kohlenstoff verbindet sich mit dem Luftsauerstoff zu klimaerwärmendem CO2. Was über Tausende von Jahren angereichert wurde, entweicht innerhalb weniger Jahre. Kein Wunder, dass es Klimaforscher beim Stichwort Torfabbau schaudert. Artenschützern ist der Torfabbau ebenfalls ein Gräuel. Denn wo die lärmenden Torffräsen abgezogen sind, bleiben staubige Torfwüsten zurück. Sonnentau, verschiedene Orchideen sowie zahlreiche Tierarten wie das Birkhuhn, der Große Ziegenmelker oder der Goldregenpfeifer sind vom Aussterben bedroht.

Aber gibt es denn eine Alternative zu Torf?
Der einfachste Weg zu guter, fruchtbarer Humuserde ist das Kompostieren von Grünschnitt und Bioabfällen, wie Obst- oder Gemüseresten. Er enthält alle wichtigen Nährstoffe und optimiert den Boden. Wer selbst keinen eigenen Komposter besitzt, hat meist die Möglichkeit, beim städtischen Entsorgungsdienst Kompost zu kaufen. Bei einem Preis von ca. 35 Cent pro 10 l Eimer ist das bezahlbar. Der Bergische Kompost zum Beispiel besteht aus Grünschnittabfällen, die an drei Standorten im Bergischen Land schonend in Mieten kompostiert werden.
Auch einige Baumärkte und Gartencenter bieten bereits torffreie Erde an. Sie besteht zumeist aus Rindenhumus, Holz- und Kokosfasern. Beim Kauf von Blumenerde sollte man auf die Aufschrift „ohne Torf” oder „torffrei” achten.

Mehr Infos:

www.nabu.de/nabu/nh/2009/2/10866.html

www.nabu.de/oekologischleben/balkonundgarten/gartengrundlagen/torffrei/15874.html

www.rheinischekulturlandschaft.de/downloads/srk/NABU_Tipps_torffreies_Gaertnern.pdf