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Umweltfreundliches Papier - Klimaschutz durch nachhaltige Papiernutzung

Die Deutschen sind Weltmeister im Papierverbrauch. Etwa 256 Kilogramm verbraucht jeder Deutsche pro Jahr: Zeitungen, Zeitschriften, Geschenkpapier, Verpackungen, Küchentücher oder Toilettenpapier. Das Holz für die Papierprodukte stammt aus den Wäldern der ganzen Welt.

Kann denn ein Paket PC-Druckerpapier etwas mit Menschenrechtsverletzungen zu tun haben? Trägt die Rolle Klopapier Mitverantwortung am Raubbau der letzten Urwälder? Papier ist ein globales Produkt. 21 Millionen Tonnen verbrauchen wir hierzulande, mehr als ganz Afrika und Südamerika zusammen, und ein deutsches Kind hat in seinem ersten Lebensjahr bereits so viel Papier verbraucht wie ein Inder nach 56 Jahren. Jeder fünfte weltweit gefällte Baum endet in einer Papiermühle und allein für den deutschen Verbrauch werden jährlich 50 Millionen cbm Holz eingeschlagen – das sind täglich pro Person 700 Gramm – nur für Papier. Soviel auch geklagt wird, der deutsche Wald müsse dringend durchforstet werden, so wenig wird inländisches Holz tatsächlich für die Herstellung von Papier genutzt. Für die Holz- und Zellstoffkonzerne ist der Weltmarkt wirtschaftlich viel lukrativer. So stammen 88 % des Zellstoffes für deutsches Papier aus dem Ausland. Die Zellstoffherstellung gehört dem renommierten World Watch Institute zufolge zu den größten Verursachern von Umweltproblemen überhaupt. Einzigartige Ökosysteme werden für kurzlebige Papierprodukte zerstört und Kultur und Rechte betroffener Menschen missachtet.

Recyclingpapier

Mit der Nutzung von Recyclingpapier können wir viel erreichen! Denn Recyclingpapier wird aus Altpapier hergestellt. Das spart große Mengen Holzzellstoff, denn eine Papierfaser kann bis zu 6mal wiederverwertet werden. Außerdem wird bei der Produktion von Recyclingpapier erheblich weniger Energie verbraucht als bei der Produktion von Papier aus Holzzellstoff. Weniger Energieverbrauch bedeutet auch weniger Kohlendioxid-Ausstoß. Also schützt Recyclingpapier das Klima in doppelter Weise!

Schulhefte
Von 200 Millionen Schulheften hierzulande sind nur 5 Prozent aus Recyclingpapier. Schwierig ist es, das „echte” Recyclingpapier zu erkennen. Z.B. täuscht das Doppelzeichen der Papierindustrie „Aqua pro Natura/Weltpark Tropenwald” eine Umweltfreundlichkeit vor, die keine ist. Am einfachsten ist es immer, Produkte mit dem „Blauen Engel” zu wählen.
In Nordrhein-Westfalen gibt es seit 1999 die Initiative 2000 plus, deren Ziel es ist, über die Hintergründe der internationalen Papier- und Zellstoffmärkte aufzuklären, Recyclingpapier wieder ins rechte Licht zu rücken und den negativen Trend im Sektor Schulmaterialien umzukehren.

Mehr Infos:

www.treffpunkt-recyclingpapier.de

www.klimaschutzpapier.de
   

Der Blaue Engel als Kaufentscheidung

Deutschland ist Weltmeister im Altpapiersammeln: Rund 80 Prozent des gebrauchten Papiers wird recycelt. Wer gut sammelt, sollte auch die Produkte aus Altpapier kaufen und benutzen. Die Qualität der Produkte ist nicht mehr mit dem „grauen” Papier aus den 80er Jahren zu vergleichen.
Die Verwendung von Briefumschlägen, Kopier- und Schreibpapieren und vielen anderen Produkten aus Altpapier anstelle von Frischfaserpapier reduziert die mit der Papierherstellung verbundenen Emissionen von Klimagasen, senkt den Wasserverbrauch und die Abwasserbelastung.

Worauf muss ich achten?
Der blaue Engel ist ein Umweltzeichen, das seit 1978 für besonders umweltfreundliche Produkte und Dienstleistungen vergeben wird. An dem Vergabeverfahren für das Siegel sind unter anderem das Bundes-Umweltministerium, das Umweltbundesamt, das RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung sowie eine unabhängige Jury beteiligt.

Für Papier mit dem Blauen Engel wird kein Baum gefällt, denn es besteht zu 100 % aus Altpapier. Und nicht nur das: Die Herstellung von Recyclingpapier spart circa 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie gegenüber Frischfaserpapier.