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Klimawandel

Treibhauseffekt

Auswirkungen des Klimawandels auf NRW

Debatte um den Klimawandel

Klimawandel weltweit

Klimaschwankungen sind in der Erdgeschichte nichts Neues. Es hat immer Kalt- und Warmzeiten auf der Erde gegeben. Das ist ganz natürlich und hängt u.a. von dem Wechselspiel zwischen den Ozeanen und der Atmosphäre, von der Position der Erde zur Sonne und der damit verbundenen Strahlungsintensität oder von Vulkanausbrüchen ab.
Frühere Klimaänderungen gingen aber so langsam vor sich, dass Tiere und Pflanzen genug Zeit hatten, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Heute sind wir mit einer sehr schnellen Erwärmung konfrontiert.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Luft im weltweiten Durchschnitt um 0,9 °C erwärmt. Grund für die Erwärmung ist mit großer Sicherheit unsere moderne Lebensweise in der Industriegesellschaft. Die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl, die Abholzung von Wäldern und die Massentierhaltung verursachen hohe Treibhausgasemissionen.

Der derzeitige Klimawandel ist also stark von menschlichen Aktivitäten beeinflusst, welche die Temperatur viel schneller ansteigen lassen, als es natürlich der Fall wäre. Das klingt zwar nicht nach viel, wirkt sich auf die Erde aber schon spürbar aus. Nach Prognosen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) steuern wir derzeit auf eine Erwärmung von mindestens 2 °C im Vergleich zu vorindustriellen Werten zu. Die 2 °C-Marke nicht zu überschreiten ist derzeit das Ziel der weltweiten Klimapolitik. Der IPCC ist der zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen der Klimarahmenkonvention. Forscher aus der ganzen Welt bewerten die Risiken des Klimawandels. Sie fassen Entscheidungen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in einem Sachstandsbericht zusammen. Der neuste und fünfte Sachstandsbericht des IPPC liegt seit September 2013 vor.

Durch den Klimawandel verändert sich auch unsere Umwelt. Aufgrund der Erwärmung kommt es zu starker Gletscherschmelze und viel mehr Eis an den Polen schmiltzt, was wiederum zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt. Dadurch werden tiefer liegende Gebiete, z.B. Inseln wie die Malediven, überschwemmt und die Menschen und Tiere, die dort leben, müssen ihre Heimat verlassen.
An besonders trockenen Orten der Erde hingegen, z.B. den Wüstenregionen in Afrika, treten durch die Erwärmung vermehrt lange Dürreperioden auf und ohne Regen fehlt den Menschen, Tieren und Pflanzen das überlebenswichtige Wasser.

Bei uns wird der Klimawandel auf Dauer durch extreme Wetterlagen spürbar sein. Hitzewellen im Sommer, starke Hagelschauer oder heftige Regenfälle werden zunehmen.

Wenn Sie mehr über den Klimawandel wissen wollen, schauen Sie sich die folgende Präsentation an:

Powerpoint Präsentation als Einstieg in den Klimawandel

Was bedeutet Treibhauseffekt und was verändert unser Klima?

Die Luftschicht, die die Erde wie eine Schutzhülle umgibt, besteht aus verschiedenen Gasen. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt wäre das Leben auf unserer Erde nicht möglich. Es würden permanent Temperaturen von minus 18 °C herrschen. Der natürliche Treibhauseffekt der Erdatmosphäre hebt die durchschnittliche Temperatur der Erdoberfläche von ca. -18 auf ca. +15 °C. Die Treibhausgase (z.B. Kohlendioxid  oder Methan) wirken in der Atmosphäre – in der Schutzhülle aus Gasen, die unsere Erde umgibt - wie die Scheiben eines Treibhauses. Sie lassen die wärmenden Sonnenstrahlen herein und halten dann einen Teil der Wärme bei uns fest. Dieser natürliche Treibhauseffekt hat für unsere Erde also die Funktion einer natürlichen Klimaanlage.



Durch unseren gestiegenen Energieverbrauch, die vielen Autos und Fabriken, ist diese nun aus dem Gleichgewicht geraten. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zusammensetzung der Luftschicht verändert. Der Anteil an Kohlenstoffdioxid ist drastisch gestiegen. Die Konzentration in der Atmosphäre ist heute so hoch, wie noch nie zuvor in den zurückliegenden 800.000 Jahren. Hauptursache der Erwärmung ist die Freisetzung von Treibhausgasen, insbesondere von Kohlendioxid.

Wir Menschen erzeugen mittlerweile so viele Schadstoffe, dass die Atmosphäre immer undurchlässiger wird und die überschüssige Wärme nicht mehr ins All entweichen kann. So wird unser Klima immer wärmer und es kommt zur globalen Erderwärmung.
Forscher haben herausgefunden, dass dieser von Menschen gemachte zusätzliche Treibhauseffekt die Erde immer mehr aufheizt und das  Weltklima verändert. Das hat verheerende Folgen: vermehrte Dürren, ansteigender Meeresspiegel sowie extreme Wetterlagen mit Überschwemmungen und Orkanen werden häufiger vorkommen.
Die 2°C-Grenze wurde als Ziel internationaler Klimapolitik festgesetzt. Dieses Ziel legt fest, dass die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung einzugrenzen wird. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts beträgt die Erderwärmung 0,9 °C. Es verbleiben also noch 1,3 °C, um die 2°C-Grenze nicht zu überschreiten.
Forscher warnen, dass wir auf 4 °C Erwärmung zusteuern. Aber der Weltklimarat IPCC zeigt in seinem aktuellen Sachstandsbericht, dass es möglich ist, die globale Erwärmung unterhalb von 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Übrigens: Was sind CO2-Äquivalente?

Nicht nur der Ausstoß von Kohlendioxid ist für den Treibhauseffekt verantwortlich. Auch andere Gase, vor allem Methan und Lachgas wirken als Treibhausgase. Sie entstehen beispielsweise in großen Mengen bei der Viehzucht, beim Reisanbau, bei der Rodung des Regenwaldes oder wenn etwas verbrannt wird. Sie haben eine deutlich größere Treibhauswirkung als Kohlendioxid, die gleiche Menge wirkt noch viel stärker. Ihre Treibhauswirksamkeit wird auf die von Kohlendioxid umgerechnet. Die Summe der jeweiligen klimarelevanten Gase und Prozesse, die zum Beispiel der Flugverkehr verursacht, gibt man als CO2-Äquivalente (äquivalent = gleichwertig) an. Wenn wir hier also von CO2 sprechen, meinen wir immer die Gesamtheit der Treibhausgase.

Auswirkungen des Klimawandels auf NRW: „Et bliev nix wie et wor”

„Et bliev nix wie et wor” – auch beim Thema Klima bewahrheitet sich dieses bekannte rheinische Sprichwort. Denn das globale Klima verändert sich relativ schnell und drastisch – wesentlich verursacht durch den seit Beginn des industriellen Zeitalters steigenden Ausstoß von Treibhausgasen.

Auch in Nordrhein-Westfalen kann man den Klimawandel schon spüren – etwa in Form einer gestiegenen Durchschnittstemperatur sowie sich häufender Extremwettereignisse wie Stürme oder Hitzewellen. In den letzten 100 Jahren ist die Durchschnittstemperatur in NRW um 1,5 °C angestiegen, in Ballungsräumen ist der Anstieg am höchsten. Wir haben heute weniger Frost- und mehr warme Sommertage. Die Gewässertemperatur des Rheins ist seit 1978 um 1,2 °C angestiegen. Die Jahres- und Vegetationszeiten haben sich bis 2009 bereits um 16 Tage nach vorn verschoben. Die Blüte einiger Pfl­anzenarten beginnt heute früher als vor 50 Jahren. Der Herbst dauert länger, der Winter ist kürzer. Die Niederschlagsmenge hat seit 1978 um 15 % zugenommen. Wir haben mehr Regen und höhere Temperaturen im Winter. Im Sommer kommt es bereits zu längeren Trockenperioden. Bei Zunahme der weltweiten Erwärmung ist in einigen Regionen mit Hitzewellen zu rechnen. Gewitter und Starkregen treten bereits jetzt häufiger auf. Mildere Winter lassen mehr einheimische Vögel diese Jahreszeit überstehen. Wärmeliebende Arten werden mehr, kälte- und feuchtigkeitsliebende Arten werden weniger.

Art und Ausmaß der Klimaänderungen zeigen sich in NRW regional und teilweise sogar lokal sehr unterschiedlich. Häufigere Hochwasser sind vor allem eine Gefahr für stark versiegelte Regionen. Extreme Sommerhitze setzt Bürgerinnen und Bürgern in den Ballungsräumen zu, orkanartige Herbststürme gefährden den Baumbestand der Wälder, Starkniederschläge lassen Flüsse über die Ufer treten.

Mehr zu den klimatischen Grundbedingungen in Nordrhein-Westfalen, dem bisherigen und zu erwartenden Klimawandel und wie sich dieser in den verschiedenen Regionen sowie in acht besonders relevanten Lebens-, Natur- und Wirtschaftsbereichen auswirkt, erfahren Sie auf den folgenden Seiten des NRW-Umweltministeriums:

www.umwelt.nrw.de

Die Debatte um den Klimawandel: Und sie erwärmt sich doch!

In den Medien wird oft diskutiert, ob es tatsächlich einen Klimawandel gibt, den die Menschen verursacht haben. 95 % der Wissenschaftler warnen vor einer drohenden Klimaerwärmung, die für die – an die heutigen klimatischen Verhältnisse angepasste – menschliche Gesellschaft große Gefahren birgt.
Im Gegensatz dazu gibt es einen Personenkreis, der die Erkenntnisse der Klimawissenschaft nicht anerkennt, die sogenannten „Klimawandelskeptiker” oder kurz „Klimaskeptiker”. Dabei ist sich die wissenschaftliche Gemeinschaft über die Ursachen der Klimaerwärmung weitgehend einig.

In der Publikation vom Umweltbundesamt „Und sie erwärmt sich doch. Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel?” werden folgende Aussagen gemacht:

1. In der Klimawissenschaft besteht ein Konsens über die anthropogene – durch den Menschen verursachte – Klimaerwärmung.

2. Die Argumente der „Klimawandelskeptiker” sind wissenschaftlich nicht haltbar.

3. Teile der US-amerikanischen Industrie haben Kampagnen finanziert, um Zweifel und Falschinformationen über die Ergebnisse der Klimawissenschaft zu lancieren.

4. Häufig treten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fremder Disziplinen und ohne Fachwissen auf dem Gebiet der Klimaforschung mit „klimaskeptischen” Thesen in der Öffentlichkeit auf.

Interessant sind wissenschaftliche Grundlagen, die schon vor fast 200 Jahren von Jean Baptiste Fourier gemacht wurden. Er beschrieb damals:
„Die Menschheit verursacht durch die Emissionen von Treibhausgasen eine Erwärmung des Klimas. Wenn wir mit diesen Emissionen so fortfahren wie bisher, wird sich das Klima innerhalb kurzer Zeit sehr stark ändern und der Zivilisation nicht genug Zeit lassen, sich ausreichend an den Klimawandel anzupassen. Die Folgen der Klimaerwärmung werden noch über Jahrhunderte oder länger spürbar sein.”

Weitere Infos: Broschüre „Und sie erwärmt sich doch – Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel?”

www.umweltbundesamt.de

Auswirkungen Klimawandel weltweit

Der Weltklimarat (IPCC) veröffentlichte im September 2013 seinen fünften Sachstandsbericht. Einige beobachtete Änderungen des Weltklimas stellen wir daraus vor:

Im gesamten Klimasystem finden seit Mitte des letzten Jahrhunderts vielfältige Veränderungen statt. In dieser Form sind viele Veränderungen so noch nie aufgetreten. Nicht nur die Temperatur der unteren Atmosphäre steigt, auch die Ozeane erwärmen sich, Gletscher tauen, Permafrostböden werden wärmer, Eisschilde verlieren an Masse, der Meeresspiegel steigt weiter an. Die wissenschaftliche Auswertung der Klimadaten seit Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen:

Meeresspiegel
Infolge der fortgesetzten Tauprozesse von Gletschern und Eisschilden und der Ausdehnung des erwärmten Ozeanwassers stieg der globale mittlere Meeresspiegel im Zeitraum von 1901 bis 2010 um etwa 19 cm an. Der mittlere Anstieg betrug in dieser Zeit etwa 1,7 mm pro Jahr, jedoch war er in den letzten 20 Jahren mit ca. 3,2 mm pro Jahr fast doppelt so groß.

Wetterextreme
Die Zahl der kalten Tage und Nächte hat abgenommen und die der warmen Tage und Nächte seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts zugenommen. In Europa, Asien und Australien treten häufiger Hitzewellen auf. Die Starkregenereignisse in Nordamerika und Europa sind häufiger und intensiver geworden.

Niederschlag
Die Entwicklung der Niederschläge erfolgte regional in unterschiedlicher Weise. Zwischen 1950 und 2008 stiegen die Niederschläge in feuchten Regionen der Tropen und in mittleren Breiten der Nordhalbkugel, während sie in trockenen Regionen der Subtropen abnahmen.

Ein ungebremster Ausstoß von Treibhausgasen könnte das Klimasystem derart verändern, wie dies in den vergangenen Hunderttausenden von Jahren nicht vorgekommen ist. Vielfältige und deutliche Veränderungen wären zu erwarten, wie etwa bei Niederschlägen, Eis und Schnee, einigen Extremwetterereignissen, Meeresspiegelanstieg und Versauerung der Ozeane. Alle Regionen der Erde wären betroffen. Bisher beobachtete Veränderungen würden verstärkt. Viele der Veränderungen im Klimasystem blieben über Jahrhunderte bestehen, auch wenn keine Treibhausgase mehr freigesetzt würden.

Soll die globale Erwärmung auf ein bestimmtes Niveau begrenzt werden, so sind dafür erhebliche Minderungen der Treibhausgasemissionen notwendig. Deshalb ist sofortiges Handeln von allen zwingend erforderlich! Der Weltklimarat macht Mut, dass wir es unter größten Anstrengungen schaffen können, die globale Erwärmung unterhalb von 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Mehr Infos: Fünfter Sachstandbericht des IPCC