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Eine klimafreundliche Ernährung

Fleisch und Klima

Bio und Klima

Regenwaldschutz

Eine alltägliche und dabei sehr effiziente Möglichkeit sich für den Klimaschutz einzusetzen ist seine Ernährungsgewohnheiten zu überprüfen. Unsere Nahrungsmittelproduktion trägt weltweit zu 18 Prozent der schädlichen Klimagasemissionen bei.

Wie kann man sich klimafreundlich ernähren?

• Weniger Fleisch essen, dafür mehr Gemüse und Obst. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für die Gesundheit, vielseitig zu essen und maximal 300-600 Gramm Fleisch pro Woche.

• Ökologisch erzeugte Lebensmittel haben eine bessere CO2 Bilanz. Bei der Produktion fallen bis zu 35 Prozent weniger CO2 an.

• Mit dem Kauf von Lebensmitteln aus der Region unterstützt man die regionale Wirtschaft und verhindert lange Lebensmittel-Transporte.

• Saisonales Obst und Gemüse aus dem Freiland bevorzugen. Lebensmittel, die bei uns gerade keine Saison haben, kommen oft aus beheizten Treibhäusern. Um diese zu heizen, wird sehr viel Energie benötigt und damit viele Treibhausgasemissionen freigesetzt. Ein Beispiel: Bei der Salatproduktion in einem beheizten Treibhaus entstehen 60-mal so viele Treibhausgase wie bei der Freilandzucht.

• Frischkost verzehren anstelle von Konserven und Tiefkühlkost. Die lange Kühlkette während Transport und Lagerung von tiefgekühlten Lebensmitteln braucht viel Energie und erzeugt enorm viele Treibhausgase. Die Herstellung tiefgekühlter Pommes Frites beispielsweise verursacht 29-mal mehr Treibhausgase als frische Kartoffeln.

• Auf umweltverträglich verpackte Produkte achten. Weltweit werden Schätzungen zufolge jährlich über 600 Milliarden Plastiktüten hergestellt. Laut dem Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Kopf und Jahr 65 Plastiktüten verbraucht. Der Hauptrohstoff für ihre Produktion ist Erdöl. Nach der kurzen Nutzungsphase von meist wenigen Minuten landen 90 Prozent auf Mülldeponien und benötigen 100 bis 500 Jahre bis sie vollständig zerfallen.

• Energieeffiziente Haushaltsgeräte nutzen und möglichst energiearm einsetzen (Deckel auf den Topf, Backofen nicht vorheizen, frühzeitig den Herd und den Backofen ausschalten und mit der Restwärme garen).

• Zu Fuß oder mit dem Fahrrad Lebensmittel einkaufen.

• Gezielt einkaufen, damit keine Lebensmittel weggeworfen werden. Rund dreißig Prozent unserer Lebensmittel landet im Müll. Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel und jedes fünfte Brot wird sogar aussortiert, bevor es überhaupt unseren Esstisch erreicht.

Mehr Infos zu Ernährung und Klima: www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/ernaehrung/

Weniger Fleisch = mehr Klimaschutz!

Mit mehr Gemüse, Getreide und Obst auf dem Teller ernähren Sie sich und Ihre Familie klimafreundlich. Denn die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verursacht viel weniger Treibhausgase als die Herstellung von tierischen Lebensmitteln. So verursacht die Produktion eines Kilos Rindfleisch bis zu 14 Kilogramm Kohlendioxid. Bei der Erzeugung eines Kilos Gemüse, beispielsweise eiweißreicher Bohnen, werden dagegen nur 150 Gramm des Treibhausgases freigesetzt. Auch Obst schneidet mit weniger als 450 Gramm Kohlendioxid je geerntetem Kilo wesentlich besser ab.

Warum ist das so? Der größere „Klima-Fußabdruck” bei der Erzeugung tierischer Lebensmittel wird durch verschiedene Faktoren verursacht: Wesentlich ist unter anderem der hohe Energieeinsatz bei der Produktion von Futtermitteln. Dazu kommen sogenannte Veredelungsverluste – sie besagen nichts anderes, als dass die in der Futterpflanze enthaltene Energie größtenteils durch den Stoffwechsel der Tiere verloren geht. Um 1 Kilogramm Fleisch zu erzeugen, werden je nach Tierart und Haltungsform etwa 6 bis 16 Kilogramm Getreide benötigt. Aber auch die Methanproduktion der Wiederkäuer vergrößert den Klima-Fußabdruck von tierischen Lebensmitteln. Vor diesem Hintergrund lässt sich erklären, dass pflanzliche Lebensmittel im Durchschnitt nur etwa ein Zehntel der Treibhausgas-Emissionen tierischer Produkte erzeugen. Außerdem hat sich seit 1970 der weltweite Fleischverbrauch fast verdreifacht. Unser hoher Fleischkonsum hat auch weltweite Auswirkungen, denn Entwaldung, Klimawandel und Nahrungsmittelknappheit sind in einigen Regionen der Welt die Folge.

Deshalb ist es wichtig, über den persönlichen Fleischverbrauch nachzudenken. Wer nicht täglich Fleisch oder Wurst isst, tut deshalb etwas Gesundes für sich und fürs Klima!
 

Veggietag

Veggietage gibt es in vielen Städten rund um den Globus. Angefangen hat es in der belgischen Stadt Gent im Jahr 2009. Die Bewohner Gents haben erkannt, dass der beste und einfachste Weg, Treibhausgase zu reduzieren der ist, mit Messer und Gabel dagegen anzugehen. Deshalb hat sich die Stadt dazu verpflichtet, einen verbindlichen vegetarischen Tag pro Woche einzuführen. Jeden Donnerstag heißt es nun für offizielle Empfänge, Schulmensen und Kantinen „Gemüse satt”. Daneben informieren zahlreiche Kochkurse, Broschüren und ein vegetarischer Stadtplan die Menschen darüber, dass sie mit ihrem Essverhalten viel für Klimaschutz bewirken können.

Auch in Deutschland gibt es den Veggietag bereits in zahlreichen Städten. Ziel ist es, ein Bewusstsein für die in der Ernährung verankerte ökologische, gesundheitliche und ethische Ebene des Essens zu schaffen. „Donnerstag ist Veggietag” ist eine Aktion, die zu einem fleischfreien Wochentag in Deutschland aufrufen möchte. Mit einem Tag ohne Fleisch und Fisch leistet jeder einen Beitrag für seine persönliche Gesundheit und die anderer sowie zum Schutz von Umwelt und Tieren.

Mehr Infos:
www.veggietag-leverkusen.de
www.donnerstag-veggietag.de/
www.fleischfrage.wwf.de

Bio, regional und saisonal – die Formel für klimafreundliche Ernährung

Je nachhaltiger die Lebensmittel produziert werden, umso günstiger wirkt sich das auf den Verlauf des Klimawandels aus. Je nach Lebensmittelart verursacht biologisch erzeugte Ware im Schnitt 5 bis 30 % weniger Kohlendioxid-Emissionen als solche aus herkömmlicher Landwirtschaft.

Hauptgrund dafür ist, dass die Bio-Landwirtschaft nur eigenen Dünger wie Mist und keinen Kunstdünger verwendet.

Wenn man jedoch ausschließlich auf biologische Ware setzt, „isst“ man nicht gänzlich klimafreundlich. So  verursacht ein Kilogramm Äpfel aus Deutschland ca. 500 g Kohlendioxid. Kommt dieselbe Menge an Äpfeln z.B. mit dem Schiff aus Chile, verdoppeln sich durch den Transport die Kohlendioxid-Emissionen. Man sollte also beim Wareneinkauf auf die Herkunft achten. Nun gibt es leider nicht alle Obstsorten in Deutschland. Orangen und Mangos müssen zwangsläufig aus dem Ausland kommen. Die meisten dieser Früchte aus südlichen Ländern wachsen dort jedoch auf dem freien Land, ohne beheiztes Treibhaus, Bananen z.B. reifen während der Überfahrt auf dem Schiff. Die Transportemissionen sind dementsprechend gering. Beim Kauf solcher Produkte sollte man auf biologisch und fair gehandelte Ware achten. Andere importierte Lebensmittel müssen per Flugzeug eingeflogen werden. Dies verursacht Emissionen, die um ein Vielfaches höher sind.

Der dritte wichtige Aspekt für eine klimafreundliche Ernährung ist die Saisonalität. Kauft man z.B. im Oktober biologisch erzeugten Spargel aus Deutschland, hat man die Kohlendioxid-Einsparungen durch die Aspekte Bio und Regionalität leider durch die fehlende Saisonalität wieder mehr als zunichte gemacht. Der Spargel lag seit der Ernte im Mai/Juni in Kühlhäusern oder stammt aus beheizten Treibhäusern, was beides einen enormen Energieaufwand und hohe Kohlendioxid-Emissionen, die diejenigen von Importgemüse übersteigen, verursacht.

Zusammenfassend kann man sagen: Durch Anwendung der Formel „bio, regional, saisonal“ und eine Einschränkung des Fleischkonsums isst man besonders klimafreundlich.

Mehr Infos:
www.boelw.de/fileadmin/alf/biofrage_22.pdf
www.bfeoe.de/hintergrund/eif_0507_130_137_1U.pdf

Regenwaldschutz ist Klimaschutz

In der Klimadiskussion zeigt sich: Der tropische Regenwald ist für das Weltklima heute wichtiger denn je. Viele Wissenschaftler sind überzeugt, dass Waldschutz die einfachste Maßnahme für den Klimaschutz ist. Holz besteht zum größten Teil aus reduziertem Kohlenstoff, von dem der Sauerstoff während der Photosynthese abgespalten wurde. Kohlenstoff, der im Holz gebunden ist, hat keinen negativen Einfluss auf die Erwärmung der Atmosphäre. Tropenwälder wirken sich darüber hinaus auch noch kühlend auf das Weltklima aus. Steigen die Temperaturen weltweit an, so kann das zu einem Vertrocknen und Absterben der Tropenwälder führen. Sterben die Wälder, so wird der in ihnen gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt, ihre wichtige Klima regulierende und kühlende Funktion geht verloren, und die Welt erhitzt sich weiter - ein Teufelskreis.

In keinem terrestrischen Ökosystem ist mehr Kohlenstoff gespeichert als in dem verbliebenen Holz der noch vorhandenen Wälder: etwa 530 Milliarden Tonnen. Das sind 82 Prozent allen Kohlenstoffs, der in der Biomasse der Erde (650 Milliarden Tonnen) gespeichert ist. Allein in der Biomasse der Regenwälder Amazoniens steckt so viel Kohlenstoff wie die gesamte Menschheit in 10 Jahren verbrennt.

Wird die Waldfläche durch Brandrodung verringert, beschleunigt sich die Erderwärmung, denn bei der Verbrennung wird der in der Biomasse gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt. Mit jedem abgebrannten Hektar tropischen Regenwalds sind das etwa 220 Tonnen Kohlendioxid. Die Brandrodung der tropischen Regenwälder trägt dadurch insgesamt zwischen 10 und 20 Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei.

Doch was hat unsere Ernährung mit der Zerstörung der tropischen Regenwälder zu tun? Für die Viehhaltung, aber auch für den Anbau der Futtermittel wie Soja und Getreide für das Vieh werden immer noch riesige Flächen tropischen Regenwalds gerodet. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen werden 7 bis 16 Kilogramm Getreide benötigt. Auf der dafür notwendigen Fläche ließen sich im selben Zeitraum 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln ernten.


Mehr Infos:

WWF-Studie „Teufelskreis am Amazonas-Klimawandel und Wälder”

WWF-Studie „Klimawandel auf dem Teller”