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Pädagogisches Konzept des NaturGuts Ophoven

Das pädagogische Konzept des NaturGuts Ophoven orientiert sich an den Leitlinien der „Bildung für nachhaltige Entwicklung”. Zukünftige Generationen sollen die gleichen Chancen auf eine lebenswerte Zukunft haben wie wir – das ist der Kerngedanke der Nachhaltigkeit.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Um Menschen aller Altersklassen überall auf der Welt nachhaltiges Denken und Handeln zu vermitteln, haben die Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 die Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE) ausgerufen. Ziel der UN-Dekade war es, jedem Menschen zu ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine positive Entwicklung erforderlich sind. Sie sollen dazu befähigt werden, den Prozess einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten und bei den dabei anstehenden komplexen Entscheidungen zu fundierten Positionen zu gelangen. Dieses Ziel wird nach Prof. Dr. Gerhard de Haan und Dr. Dorothee Harenberg „Gestaltungskompetenz” genannt und setzt sich aktuell aus zwölf verschiedenen Teilkompetenzen zusammen:

Konzept der Gestaltungskompetenz
1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen
2. Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen
3. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln
4. Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können
5. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können
6. Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen
7. An kollektiven Entscheidungsprozessen teilhaben können
8. Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden
9. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können
10. Vorstellungen von Gerechtigkeit als Grundlage für Entscheidungen und Handlungen nutzen können
11. Selbstständig planen und handeln können
12. Empathie für andere zeigen können




BNE auf dem NaturGut Ophoven
Von Anfang an war es dem NaturGut Ophoven wichtig, die Ziele der BNE in seinen Programmen zu verankern und die Gestaltungskompetenz von Kindern zu fördern. Dazu gehört, Jungen und Mädchen in die Lage zu versetzen, das Was oder Wie nicht nur zu verstehen, sondern auch zu hinterfragen, welche eigene Rolle sie dabei spielen und welche Gestaltungsmöglichkeiten sie haben. Gleichzeitig müssen sie mit den Begriffen und Zusammenhängen einer nachhaltigen Entwicklung vertraut gemacht werden. BNE zeichnet sich dadurch aus, den Zusammenhang zwischen allen gesellschaftlichen Handlungsfeldern zu beleuchten und ihre soziale, ökonomische, ökologische und kulturelle Dimension zu berücksichtigen.


Verantwortungsbewusst gestalten
In allen Programmen vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung werden Kompetenzen der BNE geübt. Hier ein paar Beispiele: 2010/2011 entstanden zwanzig neue Lerneinheiten im Rahmen des Projekts „Klimaschutz im Dialog”, in denen neben der Umweltbildung auch Themen wie Arbeitsgerechtigkeit, fairer Handel, Konsum und der Eine-Welt-Gedanke im Vordergrund stehen. In Programmen wie „Ohne mein Handy geh ich nirgendwohin”, „Veggiewrap trifft Sushirolle” oder „Mit 80 Euro um die Welt” wird der Blick für die globalen Fragen der Nachhaltigkeit geschärft und angeregt, sich über eigene Leitbilder und Handlungen Gedanken zu machen. Es werden Anregungen gegeben, sich und andere zu motivieren, aktiv gegen globale Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung zu werden.
Zentral für die BNE ist die Erkenntnis, dass man gemeinsam mehr erreichen und voneinander lernen kann. So entstanden im Rahmen des Projekts INSPIRE in Kooperation mit der Universität Daugavpils (Lettland) und der Staatlichen Hochschule in Ratibor (Polen) 15 Unterrichtseinheiten für Grund- und weiterführende Schulen, die Kindern, an der BNE orientiert, verschiedene Teilkompetenzen vermitteln. Ein Beispiel ist die Lerneinheit „Ein Sonnenschirm für den Eisbär”, die Schüler dazu einlädt, globale Zusammenhänge zu erkennen und ihren Lebensstil kritisch zu reflektieren.
Doch BNE hört keinesfalls mit dem Schulabschluss auf: Um den Nachhaltigkeitsgedanken in der Gesellschaft zu verankern, ist lebenslanges Lernen unerlässlich. Daher bietet das NaturGut Ophoven auch im Bereich der Erwachsenenbildung Kurse, Vorträge und Fortbildungen an, die die Kompetenzen der BNE vermitteln. Veranstaltungen wie „Wer weiter denkt, isst näher!” untersucht und hinterfragt Konsumgewohnheiten und gibt praktische Tipps für die Gestaltung einer nachhaltigen Lebensführung.
Das NaturGut Ophoven erstellte das Handbuch für Erzieher „Ein Königreich für die Zukunft – Energie erleben durch das Kindergartenjahr”, um Kindern im Vorschulalter das Thema Energie nahezubringen. Aufgrund des großen Erfolgs wurde 2014 ein weiteres Handbuch zum Thema „Klimaschutz im Kindergarten” veröffentlicht. Spiele, Basteleien, Lieder und Projekte, die in den Büchern vorgestellt werden, sollen zum einen über „Energie” und „Klimaschutz” informieren, zum anderen Wahrnehmungsfähigkeit und Kreativität der Kinder stärken und sie für das kooperative Arbeiten sensibilisieren.
Außerdem wurde 2014 das Fachbuch „Klimabildung in der Natur” veröffentlicht. In diesem Handbuch werden Installationen zum Nachbauen, Unterrichtseinheiten und Spiele zum Klimaschutz beschrieben.
Im Rahmen unseres Fortbildungsangebots für Lehrer und Erzieher sind die Leitlinien der BNE fest verankert. Es werden Anregungen gegeben, wie die Übung der Gestaltungskompetenz in den Schulalltag eingebunden werden kann.


BNE in leichter Sprache