Der Erlös aus alten Smartphones fließt in Leverkusener Umweltprojekte.
Im März startet das NaturGut Ophoven gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation BUND wieder eine Handy-Sammelaktion. Die alten „Schätzchen“ können beim NaturGut Ophoven abgegeben werden. Die gesammelten Mobiltelefone übergibt der BUND einem Verwerter. „Mit jedem Altgerät, das abgegeben wird, sorgt man doppelt für mehr Umweltschutz: Zum einen werden Rohstoffe wiederverwertet und zum anderen erhält der BUND 50 Prozent der Erlöse der Handyentsorgung.“ Dieses Geld fließe in Leverkusener Umweltprojekte, erklärt Ingrid Mayer, Sprecherin des BUND. Auch der BUND hält eine Sammelbox in der Gustav-Heinemann-Straße 11 in Manfort bereit.

Funktionsfähige Mobilgeräte werden bei einem Kölner Verwerter zur Wiedervermarktung aufbereitet, nachdem die Daten auf dem Gerät über ein zertifiziertes Verfahren gelöscht wurden. Kaputte Handys werden auseinandergenommen und die Rohstoffe recycelt, erklärt Ingrid Mayer. So können wertvolle Ressourcen geschützt werden, erklärt die Umweltaktivistin. Das Fraunhofer-Institut bestätigt, dass durch die Wiederaufbereitung eines Smartphones ca. 14 kg Ressourcen und 58 kg CO2-Emissionen gespart werden. Der Digitalverband Bitkom, schätzt, dass etwa 124 Millionen funktionierende Mobiltelefone ungenutzt in deutschen Haushalten schlummern. Darin enthalten sind 2,9 Tonnen Gold, 30 Tonnen Silber und 1.100 Tonnen Kupfer. „Die Altgeräte sind eine wahre Rohstoffmine“, so Britta Demmer vom NaturGut Ophoven.

Häufig wird ein Smartphone nur anderthalb Jahre genutzt, bevor ein neues Gerät angeschafft wird, so der Digitalverband Bitkom. Allein in Deutschland wandern so jedes Jahr etwa 24 Millionen neue Smartphones über die Ladentheke. Dabei führen Rohstoffgewinnung, Produktion und Nutzung zu immensen Umweltauswirkungen. Beispielsweise werden für die jährlich in Deutschland verkauften Geräte etwa 720 kg Gold benötigt. „In den Abbauländern führt das zu einer Vergiftung des Ökosystems mit enormen Mengen an giftigem Zyanid und Quecksilber, ganz zu schweigen von den gefährlichen und ausbeuterischen Arbeitsbedingungen der lokalen Bevölkerung“, so Demmer.

Umwelttipps für die Handynutzung
Mobile Geräte sollten so lange genutzt werden, wie sie funktionieren. So lässt sich die Produktion neuer Geräte am einfachsten verringern. Mit Schutzhüllen, Displayfolien oder wasserdichten Taschen kann man Schäden vorbeugen.

Ist das Gerät doch einmal defekt, der Bildschirm gesprungen oder hat die Akkuleistung nachgelassen, sollte geprüft werden, ob eine Reparatur möglich ist.

Sollte es doch ein neues Produkt sein, ist ein faires Smartphone eine gute Alternative. Die Bestandteile sind häufig aus wiederverwertetem Plastik, Kupfer und Wolfram produziert. Die Hersteller sind außerdem bemüht, die Rohstoffe für die Produktion unter fairen Bedingungen zu fördern und eine transparente Lieferkette aufzuzeigen. Durch den modularen Aufbau können kaputte Teile, wie z. B. Akku oder Display, einfach repariert werden, häufig mithilfe eines normalen Kreuzschlitz-Schraubendrehers.

Diese Aktion ist Teil der Leverkusener Informations- und Öffentlichkeitskampagne „Klimaschutz jeden Tag. Du bist wichtig“, die das NaturGut Ophoven als BNE-Regionalzentrum (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) durchführt. Es wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Aktionen und Veranstaltungen mit vielen Tipps und Anregungen für das tägliche Leben sollen Leverkusener Bürger den Klimaschutz nahebringen.