Trotz Lockdown und Homeschooling haben sich Leverkusens Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz stark gemacht: 33 Schulen und Kitas haben im vergangenen Schuljahr fleißig Punkte im städtischen Projekt „energieLux – Klimaschutz an Leverkusener Schulen und Kindergärten“ gesammelt. Zum neunten Mal zeichnen Stadtverwaltung und Förderverein NaturGut Ophoven die Einrichtungen aus, die sich am fleißigsten für den Klimaschutz eingesetzt oder kreative Idee entwickelt haben. Alexander Lünenbach, Dezernent für Umwelt und Soziales überreichte am Mittwochmorgen auf dem Schulhof der Realschule Am Stadtpark am Mittwochmorgen „goldene Solarhubschrauber“ an die drei Einrichtungen, die zusätzlich zu ihrer energielux-Prämie noch eine Sonderprämie erhalten haben.

Die Kita Kreuzbroicher Straße beispielsweise hat es geschafft, viel Papier und Pappe im Alltag einzusparen. Sie nutzen viele gebrauchte Wertstoffe, um damit zu basteln oder sie zu recyceln. „Mit Papprollen und leeren Milchtüten haben wir beispielsweise eine Kastanienmurmelbahn hergestellt oder Garagen für Spielzeug-Autos, Vogelhäuschen oder Blumentöpfe,“ erklärte Erzieherin Füger Die Einrichtung konnte ihren Papiercontainer von 1100 Liter auf 600 Liter reduzieren.

Die Grundschule Bergisch Neukirchen erhielt eine Sonderprämie für ihr virtuelles Klassenzimmer und ihren Upcycling- Wettbewerb, den sie im Homeschooling durchgeführt haben. Ziel war Müll zu vermeiden, indem man ihm einen neuen Sinn gibt und ihn wiederverwendet. Die Kinder bastelten zu Hause, fotografierten ihr Werk und luden es auf die Lernplattform sdui hoch. Dort konnten dann alle die Einsendungen bewerten. Die Gewinner*innen erhielten einen Preis. Im virtuellen Klassenzimmer gelangten die Schüler*innen über einen Internetlink das Klassenzimmer von Grundschullehrerin Katrin Scheffler. Ihr digitaler Avatar erklärte den Kindern, wie in der Schule und zuhause Müll vermieden und Strom gespart werden kann.

Die Realschule Am Stadtpark erhielt 500 Euro extra zu ihrer energieLux-Prämie, weil sie trotz Corona-Beschränkungen sehr viele Aktionen zum Klimaschutz durchgeführt und damit die meisten Punkte gesammelt hat. Neben einem Fahrradwettbewerb, haben sie am Stadtradeln teilgenommen und eine Fahrradkarte erstellt, damit die Mitschüler*innen sicher zur Schule kommen. Sie haben Blühwiesen und Beete für Artenvielfalt und den Klimaschutz angelegt und sammeln leere Plastikstifte, Handys, Batterien und Korken um sie dem Recycling zuzuführen. Die Energiesprecher*innen achten nicht nur darauf, dass richtig gelüftet und mit Licht effizient umgegangen wird, sondern sie entsorgen auch das Altpapier in den Klassen und aus dem Lehrerzimmer. Damit entlasten sie die Reinigungskräfte und sorgen dafür, dass auch alles Altpapier im blauen Container landet.

„Die Prämierung der energieLux-Einrichtungen zeigt, dass Klimaschutz bereits an vielen Leverkusener Schulen und Kitas gelebt wird“, erklärt Alexander Lünenbach. Zukunftsweisende Projekte im Bereich Mobilität, Müllvermeidung und Ressourcensparen werde sein Dezernat gerne fördern und unterstützen. Im Juni 2012 wurde das Energiesparprojekt eingeführt, das umweltpädagogische Aktivitäten genauso belohnt, wie das Sparen von Ressourcen. Die Daten der Verbräuche sind im Coronajahr 2020/2021 jedoch schlecht mit denen der Vorjahre zu vergleichen, erklärt Britta Demmer, Koordinatorin des Projekts. „Da durch den Lockdown einerseits viel Energie gespart werden konnte, aber durch den Präsenzunterricht mit offenen Fenstern und häufigem Händewaschen viel mehr Energie und Wasser verbraucht wurde, sind die Verbrauchsprämien wenig aussagekräftig“, erklärt Demmer. Deshalb wurden in diesem Jahr die Gesamtprämien auch anders berechnet wie in den Vorjahren. Im vergangenen Jahr flossen die Aktionen mit 75 Prozent und die Verbräuche mit nur 25 Prozent in die Gesamtprämie ein.

Der Förderverein NaturGut Ophoven koordiniert das Projekt und führt pädagogische Maßnahmen in den Schulen und Kindergärten durch. In allen Schulklassen beispielsweise werden Energiesprecher gewählt, die vom NaturGut-Team geschult werden. Sie achten darauf, dass der Müll richtig getrennt wird, dass effizient gelüftet wird und das Licht nur dann angeschaltet wird, wenn es wirklich nötig ist. So genannte E-Teams spüren gemeinsam mit dem Hausmeister Energielecks im Gebäude auf, und während einer Temperaturmesswoche überprüfen die Schulen und Kindergärten, ob die Heiztemperatur 20 Grad Celsius nicht übersteigt.