Weniger Lichtverschmutzung schützt Menschen und Insekten und spart Energie. In Leverkusen ist die Lichtverschmutzung im Vergleich zu anderen Städten in NRW besonders hoch, so eine aktuelle Studie des Landesumweltamt NRW. Das ist besorgniserregend, so Hans-Martin Kochanek, vom NaturGut Ophoven, denn die fehlende Dunkelheit habe negative Auswirkungen auf Mensch und Natur. „Es kann unseren Hormonhaushalt und den Schlafrhythmus stören“, so der Biologe. Aber auch das Leben von zahlreichen Tieren, wie Eulen, Nachtfaltern oder Fledermäusen gerät aus dem Takt. Denn sie werden durch das Licht in ihrer Futtersuche, der Bestäubung oder Fortpflanzung gestört“, so der Ornithologe.  „Außerdem werden zahllose Insekten durch Licht angelockt und verenden an den Leuchtmitteln“.

Das Landesumweltamt NRW hat in einer Studie Satellitendaten ausgewertet. Auf Lichtkarten ist eine deutliche Aufhellung des Nachthimmels über den Ballungszentren zu sehen. Die Einzelwerte innerhalb von NRW variieren stark von 0,3 bis 539,7 n/cm³ Strahlungsstärke. Leverkusen liegt mit 316,70 n/cm³ im oberen Drittel. „Um Energie zu sparen und uns sowie die zahlreichen Arten zu schützen, die nachts aktiv sind, müssen wir etwas dagegen unternehmen“, so Kochanek. „Wir können unnötiges Licht in der Nacht durch Bewegungsmelder vermeiden und Leuchtmittel nutzen, die nur auf den Boden strahlen.“ sagt Kochanek. Ganz wichtig sei auch, dass die Leuchtmittel wenig blaues Licht abgeben, da dies der UV-Strahlung am nächsten kommt. Warme Farben sind besser und locken weniger Insekten an.“

In der beginnenden Weihnachtszeit solle unbedingt die Weihnachtsbeleuchtung überdacht werden, so Marianne Ackermann, 1. Vorsitzende des Fördervereins NaturGut Ophoven. In Deutschland leuchten mittlerweile fast 20 Milliarden Weihnachtslichter. Trotz der Energieeffizienz der LED beträgt der Energieverbrauch über 650 Millionen Kilowattstunden, was knapp 200 Millionen Euro kostet und etwa der Leistung eines mittleren Kraftwerkes entspricht. „Die umweltfreundlichste Weihnachtsbeleuchtung ist deshalb die, die erst gar nicht produziert, gekauft und dann betrieben wird“, so Ackermann. Wenn auf die Weihnachtsbeleuchtung nicht ganz verzichtet werden möchte, sollte sie so umweltverträglich wie möglich sein“, erklärt Ackermann.

Hier einige Tipps:
Genau wie selbstverständlich das Wohnzimmerlicht abgeschaltet wird, wenn zu Bett gegangen wird, sollte auch die Weihnachtsbeleuchtung einfach abgeschaltet werden.
Am besten wird nur gelb-/gold- /orangefarbene LED-Weihnachtsbeleuchtung genutzt, weil diese Lichtfarben weniger störend sind.
Überlegen Sie genau, wo Licht-Akzente besonders schön sind. Vielleicht reicht auch ein Stern im Fenster als die Beleuchtung einer ganzen Fassade.
Entfernen Sie die Weihnachtsbeleuchtung zum 6. Januar und nicht erst im Frühling.

Broschüre „Lichtverschmutzung in NRW“ zum Download als PDF

Broschüre „Künstliche Außenbeleuchtung – Tipps zur Vermeidung und Verminderung störender Lichtimmissionen“ zum Download als PDF