Auf den ersten Blick wirken die Laubsauger und -bläser recht praktisch. Sie ersetzen im Schnitt vier Menschen mit Harke, haben Untersuchungen in Gartenbaubetrieben ergeben. Für die meisten Privathaushalte ist ein Laubsauger oder -bläser allein aus Kostengründen jedoch ineffizient, so das Umweltbundesamt. Denn das Gerät müsse gekauft und mit Strom oder Kraftstoff betrieben werden. Außerdem erleichtere das Gerät bei kleinen bis mittelgroßen Grundstücken kaum die Arbeit, denn das Gewicht der Geräte erfordere unnötigen Kraftaufwand, so die Bundesbehörde. „Zudem haben Laubsauger- und -bläser unangenehme Nebenwirkungen für uns und die Umwelt“, so Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGut Ophoven. „Sie können bis zu 120 Dezibel laut werden und sind damit in der Liga von Kettensägen und Presslufthämmern“. Außerdem zerstören sie unsere Natur, ergänzt Kochanek. „Laubsauger saugen nicht nur abgefallene Blätter, sondern auch wertvolle Insekten und Würmer auf und häckseln sie. Zahlreiche Kleinlebewesen sterben durch den Luftstrom vom Laubläsern, der mehr als 200 km/h schnell ist. Dabei brauchen wir die die Insekten und Würmer für die Bodengesundheit, denn sie helfen das Laub zu Humus zu verarbeiten. Außerdem gehören sie in den Kreislauf der Natur, denn sie sind wieder Nahrung für Rotkehlchen oder Meisen.“ Kochanek ergänzt: „Außerdem ist der Feinstaub, der durch Laubbläser aufgewirbelt wird, auch schädlich für uns Menschen.“

Privaten Gartenbesitzern und auch Gartenbaubetrieben gibt Kochanek deshalb zum Schutz der Natur im Garten den Rat, mehr Mut zur Natürlichkeit zuzulassen. Unter Gehölzen, auf Beeten und auf dem blanken Boden sollte man die Laubschicht einfach liegen lassen. „Sie schützt den Boden vor Frost, Austrocknung und starkem Regen. Für die im Boden lebenden Tiere ist das Herbstlaub außerdem ein besonderer Leckerbissen“, so Kochanek: Allein 40 Regenwurmarten warten darauf, die verschiedenen Blätter zu zerkleinern und in kostbaren Humus umzuwandeln. Schnecken, Tausendfüßer, Pilze und Bakterien helfen dabei, das Laub wieder als Nahrung für Pflanzen umzuwandeln. „Dies ist ein perfektes Recycling, das die Natur im Laufe von Jahrmillionen entwickelt hat“, so Kochanek. Wenn nun aber im Garten oder auch in den Parks das Laub entfernt wird, wird der Nährstoffkreislauf unterbrochen, und es kostet sogar, denn eigentlich muss man dann zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit nachdüngen“.

Eine dichte Laubschicht oder ein Laubhaufen sind aber auch für viele größere Tiere im Winter wichtig: Igel, Erdkröten, Spitzmäuse oder winteraktive Laufkäfer finden hier Schutz vor Frost. Auch so nützliche Käfer wie der Marienkäfer beziehen das Winterquartier im Laubhaufen. „Aus diesem Grund wühlen auch Meisen, Rotkehlchen und Heckenbraunellen gerne im Laub herum“, so der Ornithologe. Wenn denn doch auf den Wegen das Laub entfernt werden soll, kann es in schonender Art und Weise mit einer Harke oder einem Besen passieren. „Mit den Laubsaugern und –bläsern richtet man aus ökologischer Sicht nur Unheil an. Und so mancher Nachbar ist über den Krach genervt“, so Kochanek. „Zum Schutz der Artenvielfalt solle man besser zur Harke greifen und kann sich so einige Stunden Fitnesstraining ersparen.“
Bildunterschrift: Igel würden auch gerne auf Laubbläser und -sauger verzichten. Sie brauchen Laubhaufen als Unterschlupf im Winter.