der Pandemie ist Bewegung in der Natur eine beliebte Freizeitaktivität. Dass der Aufenthalt in der Natur den Menschen guttut, haben Studien schon nachgewiesen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben auch untersucht, ob eine vielfältige Natur auch europaweit das Wohlbefinden steigert: Die Forscherinnen und Forscher ermittelten bei mehr als 26000 Erwachsenen aus 26 europäischen Ländern, wie die Artenvielfalt in ihrer Umgebung und ihre Lebenszufriedenheit zusammenhängen. Als Maßstab für die Artenvielfalt nutzten die Forscherinnen und Forscher die Vielfalt der Vogelarten. Vögel eignen sich als Indiz für biologische Vielfalt, da sie man sie gut beobachten und natürlich auch hören kann. Doch auch die Umgebung beeinflusst die Lebenszufriedenheit. Besonders viele verschiedene Vogelarten gibt es nämlich dort, wo der Anteil an naturbelassenen und abwechslungsreichen Landschaften hoch ist und es viele Grünflächen und Gewässer gibt.

Es zeigte sich, dass die Menschen besonders zufrieden mit ihrem Leben, wenn in ihrem Umfeld eine hohe Artenvielfalt vorherrscht. Die glücklichsten sind gemäß dieser Studie diejenigen, die in ihrem tagtäglichen Leben viele verschiedene Vogelarten erleben können oder in einer naturnahen Umgebung leben, in der viele Arten beheimatet sind. Eine vielfältige Natur spielt gemäß der Studie eine wichtige Rolle für das menschliche Wohlergehen.

Gleichzeitig machen die Forscherinnen und Forscher auch auf bevorstehende gesundheitliche Probleme aufmerksam. Die aktuellen Studien belegen eindrücklich, dass die biologische Vielfalt derzeit in einem dramatischen Maße schwindet. Es besteht daher die Gefahr, dass auch die Lebenszufriedenheit der Menschen bei einer verarmten Natur leidet. „Naturschutz sichert deshalb nicht nur unsere materielle Lebensgrundlage, sondern ist auch eine Investition in unser aller Wohlbefinden“, gibt Joel Methorst, der Erstautor der Studie, Doktorand am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum, zu bedenken.

Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGuts Ophoven: „Wir sind alle aufgefordert mitzuhelfen, dass es viele Schmetterlinge, Vögel und andere Tiere gibt – denn Artenvielfalt tut uns Menschen gut.“  Der Vogelexperte gibt Tipps: „Einheimische Blumen, Stauden, Sträucher und Bäume mit ihrer großen Auswahl an Samen und Früchten angelockt. Außerdem leben auf ihnen viele Insekten, was die Insektenfresser freut. Ein vogelfreundlicher Garten zeichnet sich zudem durch eine Vielfalt von Kleinst-Lebensräumen aus. Aber auch in kleineren Gärten lässt sich einiges für unsere Vogelwelt tun: Einfach Kräuter mit Samen stehen lassen, Laub nicht überall wegharken, denn auch darin lebt viele Insekten als Futter für die Vögel. Wenn ein Komposthaufen angelegt wird, bietet dieser vielen Vögeln mit seinen Würmern, Spinnen und Insekten Nahrung. Selbstverständlich sollten man im Garten auf Pestizide verzichten. Mit vergifteten Insekten, Samen und Früchten vergiften sich auch die Vögel.“

Die Vermittlung der Bedeutung und des Wertes von Biodiversität ist ein Kernziel für Bildung für nachhaltige Entwicklung. Sie kann anknüpfen an Schlüsselthemen der Biodiversität, die eng mit der Alltags- und Lebenswelt der Menschen zusammenhängen. Dazu gehören unter anderem Freizeit in der Natur, Landwirtschaft und Konsum, Insektensterben, oder Klimawandel.

Aufgrund der corona- und durch das hochwasserbedingten Einschränkungen entwickelt das BNE-Regionalzentrum NaturGut Ophoven regelmäßig neue „kontaktlose“ Bildungsangebote für das Naturerlebnis vor der eigenen Haustür. Geben Interessierte den Link #naturgutzuhause“ in ihren Internetbrowser ein, erhalten sie viele spannende Ideen und Themen um die Natur in ihrer Umgebung zu entdecken.

Hintergrundinfos – Publikation:
Methorst J., Rehdanz K., Hansjürgens B., Bonn A., Böhning-Gase K. (2020): The importance of species diversity for human well-being in Europe. Ecological Economics. DOI: 10.1016/j.ecolecon.2020.106917