Die NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser wollte sich am Mittwochmorgen einen Überblick verschaffen, wie sehr das NaturGut Ophoven von der Flutkatastrophe betroffen wurde. Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGuts Ophoven zeigte ihr die Schäden in den Gebäuden und auf dem Gelände. „1,20 Meter hoch stand das Wasser im Kinder- und Jugendmuseum EnergieStadt. Einige Innenräume standen brusthoch unter Wasser.“ Heinen-Esser war erschüttert über das Ausmaß der Zerstörung. „Es ist tragisch, dass eine Institution, die für den Klimaschutz kämpft, jetzt selber Opfer des Klimawandels geworden ist“, kommentiert sie.

 

Das Umweltbildungszentrum ist seit 2016 BNE-Regionalzentrum und wird vom NRW-Umweltministerium gefördert. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) hat zum Ziel eine sozial gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche und ökologisch verträgliche Entwicklung voranzutreiben. Menschen jeden Alters sollen lernen ihre Lebensweisen zu hinterfragen und zu verändern. Das NaturGut Ophoven ist eines von drei durch den Starkregen beschädigten BNE-Regionalzentren in Nordrhein Westfalen. Die Ministerin besuchte das Leverkusener Zentrum stellvertretend für alle Betroffenen.

 

„Die Flutkatastrophe ist eine der Auswirkungen des Klimawandels und zeigt, wie wichtig solche Bildungseinrichtungen wie das NaturGut Ophoven sind“, erklärt Oberbürgermeister Richrath. Damit die Flut nicht so schnell vergessen wird, soll eine permanente Markierung am Gebäude daran erinnern, schlägt er vor. „Jeder, der die Flut miterlebt hat, hat am eigenen Leib erfahren, dass wir alle in Zukunft zwar weiterhin so komfortabel leben können wie bisher, aber auf keinen Fall mehr so klimaschädlich. Jeder hat gemerkt, dass die Zeit zur radikalen Wende gekommen ist,“ erklärte Hans-Martin Kochanek. Und das sei nicht so schwierig, so der Leiter des Umweltzentrums. „Bereits jetzt leben viele Familien auch mit weniger Konsum glücklich zusammen, viele Menschen genießen ihr Essen mit deutlich weniger Fleisch, und an vielen Orten wird ohne Verbrennung von Kohle oder Gas Strom erzeugt“. Die Flutkatastrophe zeige, dass es noch viel mehr werden müssen.

 

Nach den Aufräumarbeiten und der Schadensanalyse werde das NaturGut Ophoven die pädagogische Arbeit zu Teilen wieder aufnehmen. Die Renovierungen werden allerdings noch viele Monate in Anspruch nehmen. Umweltministerin Ursula Heinen Esser versprach das NaturGut Ophoven und die anderen BNE-Regionalzentren beim Wiederaufbau „nicht im Regen stehen zu lassen“. Denn die Arbeit der Zentren sei wichtiger denn je, um die Bevölkerung nachhaltig zum Klimaschutz zu motivieren.