Janus kommt immer mit dem Fahrrad zur Schule, nicht nur während der Klimameilenwoche. Das Heftchen des Neunjährigen ist mit den grünen Stickern fast voll. „Nur einmal hat es so stark geregnet, da haben meine Eltern mich mit dem Auto gebracht“, erklärt er am Freitagmorgen. Für jeden Schulweg, den er klimafreundlich zurückgelegt, hat er in der vergangenen Woche eine „grüne Meile“ in sein Leporello geklebt.

„Jeder Schulweg, der zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wird, ist nicht nur gut für die Umwelt und das Klima, sondern auch ein Gewinn für die Gesundheit und das Selbstbewusstsein der Kinder“, so Katrin Scheffler, Lehrerin an der GGS Neukirchen. Aus diesem Grund nimmt die GGS Neukirchen an der internationalen Kindermeilen-Kampagne teil, die in Leverkusen vom NaturGut Ophoven organisiert wird.

„Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt sammeln Klimameilen um ein Beispiel für die Erwachsenen zu sein“, so Marianne Ackermann, erste Vorsitzende des Fördervereins Naturgut Ophoven. Diese umweltfreundlichen Meilen werden den Regierungsvertretern auf der nächsten UN-Klimakonferenz übergeben. Corona bedingt wird diese jedoch auf November 2021 verschoben. „Das tut dem Engagement der Leverkusener Kindergärten und Schulen für den Klimaschutz aber keinen Abbruch“, so Ackermann. 20 Einrichtungen nehmen in diesem Jahr an der Kampagne teil. „Diese machen sich auch im städtischen energieLux-Projekt für den Klimaschutz stark“.

Auch Lilia, Charlotte und Jonas aus der vierten Klasse haben fleißig grüne Meilen gesammelt. Der Klimaschutz sei wichtig für ihre Zukunft, so die Kinder einhellig. Es dürfe nicht mehr so viel CO2 in die Luft gelangen. Das wissen sogar schon die Kinder der ersten Klasse. Sie haben ein Poster mit Wünschen an die Politiker gestaltet, das die Lehrerin zur Presseaktion mitgebracht hat. Auf Papierfüßen, die die Kinder ausgeschnitten und beschrieben haben, fordern sie, den Amazonas und alle andern Wälder zu schützen, weniger Auto zu fahren und weniger CO2 in Fabriken und Kraftwerken zu produzieren. Sie haben auch wichtige Klimatipps parat: Weniger Fleisch essen, Strom sparen und viele Bäume pflanzen.

Im Rahmen der Klimameilen-Aktion können aber nicht nur grüne Meilen für eine klimafreundliche Mobilität gesammelt werden, auch wer weniger Fleisch isst oder wer Strom spart, klebt sich rote oder blaue Sticker in sein Heftchen. „Klimaschutz betrifft alle Bereiche unseres Lebens“, so Ackermann. „Mit der Aktion kann das spielerisch geübt werden. Außerdem bekommen die Kinder ein Gefühl für die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns“.

NaturGut Ophoven Auszeichnungen