Fahrräder werden immer beliebter – nicht nur für die Freizeitnutzung, sondern auch für den Weg zur Arbeit oder als Dienstfahrrad, so Hans-Martin Kochanek vom NaturGut Ophoven. Sie sind eine Alternative fürs Auto und daher gut für den Klimaschutz und auch eine Hilfe gegen die Feinstaubbelastung unserer Städte, aber das Potenzial ist in Leverkusen noch lange nicht ausgeschöpft, erklärte er auf einer Pressekonferenz auf dem NaturGut Ophoven. Dabei gäbe es seit einigen Jahren eine günstige Finanzierung für Jobräder, die auch privat genutzt werden können: das Dienstradleasing. Dabei leasen Unternehmen für ihre Mitarbeitern Fahrräder. Letztere finanzieren die selbstausgesuchten Räder in Raten aus ihrem monatlichen Bruttogehalt. Dabei können sie steuerliche Vorteile nutzen.

Doch noch viele Unternehmen scheuen den Aufwand für dieses umweltfreundliche und gesundheitsfördernde staatliche Angebot. Das kann Stefan Rademacher, Geschäftsführer des Sanitätshauses Recara aus Leverkusen nicht verstehen. Er bietet seinem Team das Bike-Leasing bereits seit drei Jahren an. „Der Aufwand für mich als Arbeitgeber war gering. Eine Leasingfirma übernimmt die Abwicklung“, so Rademacher. Nur die Buchhaltung sei anfänglich einmal involviert worden.

Vorteile für die Unternehmen
Die Unternehmen haben in der Regel keine zusätzlichen Kosten beim Bike Leasing, so Uwe Witte vom ADFC. Es sei denn, sie beteiligen sich freiwillig an den Kosten oder an der Versicherung für Diebstahl und Wartung. Die Vorteile für die Unternehmen liegen auf der Hand, so der zweite Vorsitzende des ADFC Leverkusen. „Es ist ein Beitrag um die Gesundheit der Mitarbeiter zu fördern und zum Klimaschutz beizutragen, insbesondere, wenn man beim E-Bike auch Ökostrom nutzt“. Außerdem seien durch die vermehrte Anschaffung von Dienstfahrrädern weniger Stellplätze für Autos notwendig.

Vorteile für die Belegschaft
Für die Angestellten ist es eine tolle Gelegenheit sich vergleichsweise günstig ein teures Fahrrad zuzulegen. Dies kann ein normales Fahrrad sein oder auch ein E-Bike. Die Finanzierung des Bike-Leasing funktioniert über die sogenannte Entgeltumwandlung: Die Leasingrate wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Der geldwerte Vorteil, der der Arbeitnehmerin und dem Arbeitnehmer durch die Bereitstellung des Fahrrads entsteht, muss nur mit 0,25 Prozent des Bruttopreises versteuert werden. Nach Ende der Vertragslaufzeit kann das Rad zum Restwert gekauft werden oder ein neuer Vertrag abgeschlossen werden. Je nach Einkommen und Steuerklassen sparen die Angestellten bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten.

Das Fahrrad oder E-Bike kann selber ausgesucht werden. Die meisten Fahrradgeschäfte in Leverkusen arbeiten bereits mit zahlreichen Leasingfirmen zusammen, so Uwe Witte. JobRad, Eurorad, Bikeleasing Service oder Businessbike leasing heißen sie. Die Vertragsbedingungen und der Service seien nur minimal unterschiedlich. Neben dem eigentlichen Leasing bieten diese Firmen auch Versicherungen für Diebstahl, Reparatur und Wartung an, mit nur geringen Unterschieden, so Witte.

Kein Bike-Leasing für den Öffentlichen Dienst
Auch Selbstständige können vom Dienstradleasing profitieren und die Raten steuerlich geltend machen. Für Angestellte der Stadt oder von Landesbehörden sieht es anders aus: Der Tarifvertrag im öffentlichen Dienst schließt ein Bikeleasing derzeit aus. Der Grund sind Bedenken der Gewerkschaften. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und ver.di lehnen für ihre Mitglieder im öffentlichen Dienst das Dienstradleasing als Lohnumwandlung ab. Sie fürchten, dass das Firmenrad das Einfallstor für weitere Umwandlungen von Lohn sei. Was zur Folge hat, dass auch die Rente geringer ausfallen wird

Hintergrund der Aktion:
Die Aktion ist Teil der Kampagne „Klimaschutz – jeder jeden Tag“, die das NaturGut Ophoven als BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung)-Regionalzentrum durchführt. Es wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.