Die Meistersänger sind aus Afrika zurück

Am Kurtekotten sind die ersten Nachtigallen gehört worden

Eigentlich sieht sie sehr unspektakulär aus mit ihrem bräunlichen Gefieder und ihrem rötlichen Schwanz, aber ihr volltöniger Gesang hat die Nachtigall zu einer Legende gemacht. Als Langstreckenzieher überwintert die Nachtigall im tropischen Afrika und ist jetzt wieder zurückgekommen, um zu brüten. „Vor ca. 10 Jahren brütete noch eine Nachtigall am NaturGut Ophoven“ berichtete der Leiter des NaturGut Ophoven, Hans-Martin Kochanek. Aktuell wurden die Meistersänger am Kurtekotten vor wenigen Tagen gesichtet, erklärt Erich Schulz, Vorsitzender des NABU Leverkusen.

Was ist das Besondere an der Nachtigall?

Erich Schulz: Die Nachtigall steht auf der Roten Liste der bedrohten Brutvögel in NRW. Den meisten Menschen ist sie wohl heute nur noch aus Frühlingsliedern bekannt. In den achtziger Jahren hatten wir bis zu 15 Brutpaare der Nachtigall in Leverkusen. Das ist leider Vergangenheit. Es ist traurig für mich mitzuerleben, dass inzwischen nur noch ca. 3 Paare bei in Leverkusen wohnen.

Was ist passiert?

Erich Schulz: Es gibt sicherlich sehr viele Gründe für den Rückgang der Nachtigall bei uns. Eine der wichtigen ist der immer intensivere Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmittel. Durch diese Bewirtschaftung der Felder gibt es weitere Probleme. Insgesamt ist ein Rückgang der Insekten, die Nahrung der Nachtigallen, um 75 % in den 30 letzten Jahren in Deutschland festgestellt worden. Außerdem fehlt es den Vögeln an geeigneten Brutstätten bei uns.

Was können die Bürgerinnen und Bürger in Leverkusen tun?

Erich Schulz: Wir haben viele Möglichkeiten in unserem Umfeld etwas für die Nachtigall zu tun. Es beginnt beim Einkauf von Lebensmittel aus der Region und natürlich aus biologischer Erzeugung, denn dabei werden weniger Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt. Viele Möglichkeiten gibt es auch im eigenen Garten. Hier ist darauf zu achten, dass möglichst viele blühende einheimische Pflanzen vorhanden sind, denn diese sind die Nahrungsgrundlagen vieler Insekten, die wiederum als Nahrung der Nachtigallen dienen.

Gut zu wissen:
Der Gesamtbestand der Nachtigallen wird in NRW auf etwa 7.500 bis 10.000 Brutpaare geschätzt (2015). Nach der Paarbildung beginnt das Weibchen mit dem sehr versteckten Nestbau im Unterwuchs und Halbschatten, am Boden oder dicht darüber. Drei bis fünf Tage später – in der Regel zwischen dem 1. und 20. Mai – erfolgt die Ablage von vier bis sechs olivgrauen oder -braunen Eiern. 13 bis 14 Tage später schlüpfen die Jungen, die das Nest nach elf Tagen verlassen. Die Nachtigall brütet nur einmal im Jahr. Wer Nachtigallen im Leverkusener Stadtgebiet beobachtet, melde dies bitte unter erich.schulz@nabu-leverkusen.de  .

 

 

 

 

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