Der Frühling steht vor der Tür und viele können es gar nicht erwarten wieder im Garten aktiv zu werden. Ingrid Mayer vom BUND Leverkusen, Matthias Rawohl vom NaturGut Ophoven und Christian Trumm von der Lebenshilfe Leverkusen stellten vor, wie man den Garten zukunftsfähig gestalten und sich dabei für unser Klima und unsere Insekten aktiv einsetzen kann.

Ingrid Mayer vom BUND Leverkusen fordert dazu auf torffrei zu gärtnern. Die in vielen Jahrtausenden entstandenen Moore sind einzigartige Biotope mit einer hoch  spezialisierten Pflanzen- und Tierwelt. Sie betont: „Es kann nicht sein, dass heute immer noch Moore durch den industriellen Torfabbau vernichtet werden. 2,5 Millionen Kubikmeter landen davon in privaten Freizeitgärten. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Denn Moorschutz ist nicht nur Arten-, sondern auch Klimaschutz: Moore haben eine ungeheure Speicherkapazität für CO2. Sie bedecken nur 3% der Erdoberfläche, speichern aber doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder unserer Erde zusammen!“ Nutzen Sie lieber nachwachsende, regional verfügbare Rohstoffe. Der Handel bietet eine ganze Reihe von Torf-Alternativen und auch der AVEA-Kompost ist gut. Misstrauen Sie angeblich „torfreduzierten“ oder „torfarmen“ Blumenerden. Gut und günstig ist der Kompost aus dem eigenen Garten. Eine weitere Alternative ist die gezielte Pflanzung im Garten: Robuste heimische Pflanzen kommen im Gegensatz zu Exoten meist ohne aufwendige lebenserhaltende Maßnahmen aus.

Für einen insektenfreundlichen Garten ist es wichtig, ausreichend Nahrungspflanzen für Insekten zu haben. Bäume, Sträucher, Stauden und Wildblumen oder eine ganze Wildblumenwiese. Matthias Rawohl vom NaturGut Ophoven erklärt, was zu beachten ist: „Besonders geeignet sind sonnige Standorte. Grundsätzlich soll nicht gedüngt werden. Die bienenfreundlichen Blumen gedeihen am besten auf mageren Böden. Besonders gut ist es, zunächst die Grasnarbe zu entfernen und mit Sand den Boden „abzumagern“. Für die Einsaat eignet sich der Frühling besonders gut. Je nach Witterung keimt das Saatgut nach 2-4 Wochen und die Wiese beginnt etwa 8-12 Wochenfür drei Monate zu blühen. Er betont: „Das Saatgut ist entscheidend für den Erfolg. Die Saatgutmischung sollte passend zu den Lichtverhältnissen gewählt werden, einen möglichst hohen Anteil an einheimischen Wildblumen haben. Nur so wird sichergestellt, dass Insekten und Wildbienen die Blumen auch wirklich als Nahrungsquellen nutzen können. Verzichtet werden sollte zudem auf Zuchtformen mit gefüllten Blüten, da diese keinen Pollen und Nektar produzieren.“

Zudem sollte, wer Garten oder Balkon besitzt, auch für Insektennistplätze sorgen. Die Ansprüche an Nistplätze sind je nach Wildbienenart sehr unterschiedlich. Manche Wildbienen siedeln in Nisthölzern und andere in hohlen Stängeln. Besonders einfach ist es, Insektennisthilfen zu kaufen. Es muss nicht gleich eine großformatige Insektennisthilfe sein, auch mit weniger Platz kann viel für die Wildbienen getan werden. Das NaturGut Ophoven etwa hat zusammen mit den Lebenshilfe-Werkstätten Leverkusen die Insektennisthilfen „Modell Leverkusen“ entwickelt. Diese passt auch auf einen Balkon. Die Nisthilfe ist in zwei Varianten erhältlich. Christian Trumm, Bereichsleiter der Schreinerei der Lebenshilfe:  „Leider sind mittlerweile auch Insektennisthilfen im Handel, die oft ungeeignet sind. Das ist schade, wenn man denkt, dass man was Gutes für Insekten tut und dann nur gefrustet ist, wenn es nicht funktioniert.“ So werden zum Beispiel Tannenzapfen oder Holzwolle nicht von Wildbienen angenommen.

Hintergrundinfos zum Projekt: Leverkusen blüht auf! Das Projekt „Leverkusen blüht auf“ gehört zu den Klimaschutzaktivitäten und ist Maßnahme des Leitbilds Grün der Stadt Leverkusen. Verschiedene Teile des Projektes werden durch die Stadt Leverkusen, kleine Bezirksmittel, die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW oder die Postcode Lotterie gefördert.